Mittelstandsdialog

Immer mehr Unternehmer setzen auf alternative Finanzierungen, um die Liquidität zu sichern. Mittelstandsdialog informiert über Vorteile und Nutzen von Factoring, Leasing und Co. im Unternehmensalltag.

Literatur zur Finanzierung


Start-Up: Sicherheit schaffen durch Gewerbeversicherungen

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Existenzgründer stehen vor einer Vielzahl an Herausforderungen und müssen sich mit der Gründung eines Start-Ups in unterschiedlichen Bereichen neu orientieren. Dazu gehört auch die Einsicht, dass Sicherheit und Erfolg nicht nur aus der eigenen Kreativität und Geduld entstehen, sondern maßgeblich von externen Faktoren beeinflusst werden. Speziell Gesetze und Verordnungen tragen im unternehmerischen Alltag entscheidend dazu bei, ob ein Unternehmen erfolgreich sein kann oder mittel- bis langfristig an Grenzen stößt.
Zu diesen gesetzgeberischen Rahmenbedingungen gehören auch Haftungsverpflichtungen, die sich sowohl im Bereich der Endkundenbeziehung als im gegenseitigen Wettbewerb ergeben. Da gerade in Start-Ups die finanziellen Mittel und Vermögensreserven selten ausreichend hoch sind, um Schadenersatzansprüche zu decken, raten Experten generell zum Abschluss entsprechender Versicherungen – wie der Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung.

Betriebs- und Berufshaftpflicht – welche Police ist sinnvoll

Im unternehmerischen Alltag tauchen Haftungsrisiken immer wieder auf. So kann ein als Einzelunternehmen geführter Baubetrieb schnell in finanzielle Schieflage geraten, wenn durch ein Versäumnis der Mitarbeiter beim Verlegen von Parkett eine Wasserleitung beschädigt wird und mehrere Mieteinheiten in Mitleidenschaft geraten. Fünf- bis sechsstellige Schadenersatzforderungen können die Folge solcher Fehler sein.
Und auch Dienstleister müssen sich bei der Existenzgründung mit den Risiken auseinandersetzen. Beispiel: Eine IT-Agentur arbeitet an einer Webshop-Lösung für einen Versandhändler, übersieht aber einen Fehler bei der Übergabe der Daten aus dem Warenkorb. Hier entsteht ein erheblicher Vermögensverlust durch die nicht bearbeiteten Bestellungen und Ausfallzeiten des Online-Shops.
Beide Beispiele verdeutlichen mögliche Schadensfälle, aus denen sich Schadenersatzansprüche ergeben können. Allerdings muss bezüglich der wirksamen Deckung durch Betriebs- und Berufshaftpflicht sehr genau – bezüglich Schadensursache und Folge - differenziert werden. Warum? Grundsätzlich deckt eine Betriebshaftpflichtversicherung sowohl Sach- und Personenschäden sowie daraus entstehende Vermögensschäden (Verdienstausfall bei Unfall o. ä.). Damit würde im 1. Beispiel durch die Betriebshaftpflichtversicherung eine ausreichende Deckung zur Verfügung stehen.
Im 2. Beispiel greift die Betriebshaftpflichtversicherung aber zu kurz, da es hier zu keinem Sach- oder Personenschaden gekommen ist, sondern nur ein Vermögensschaden den Schadenersatz begründet. Genau in diese Lücke springt die Berufshaftpflichtversicherung, da sie berufsspezifische Risiken versichert – wie den (echten) Vermögensschaden. Existenzgründer müssen daher klar unterschieden, welche Risikofaktoren in ihrer Branche existenzielle Bedrohungen werden können. Aufgrund der deutlichen, branchenspezifischen Unterschiede ist eine Beratung als Fundament für das optimale Risikomanagement von wesentlicher Bedeutung.

Gewerbeversicherungen – wie weit muss die Vorsorge gehen

Natürlich lassen sich Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherung nicht zu den einzigen notwendigen Gewerbeversicherungen erheben. Es kommt für Unternehmen immer darauf an, alle möglichen Risikofaktoren auszuschließen, welche die Geschäftsfähigkeit bedrohen. Um sich gegen juristische Verfahren, die immer wieder angestrengt werden können, zu wappnen, ist die Firmenrechtsschutzversicherung eine weitere notwendige Police.
Darüber hinaus müssen natürlich auch das Inventar, der Lagerbestand, EDV-Anlagen und Gewerbeimmobilien geschützt werden – etwa gegen Brand, Sturm und Hagel oder Überspannung. Inhalts-, Feuer- oder Gebäudeversicherung gehören u. U. daher ebenfalls in Portfolio.

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Juliane Wellisch

ist Autorin bei der finanzen.de AG.

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