Matthias Bommer
ist Experte für den Bereich Factoring.

Die Kunststoffverarbeitende Industrie ist einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Laut Gesamtverband der Kunststoffverarbeitenden Industrie GKV bewegt sich die Auslastung der Unternehmen der Branche auf einem unerwartet hohen Niveau und weiteres Wachstum wird erwartet. Das Schaffen effizienter Vertriebsstrukturen, Prozessoptimierungen und eine Sicherung der Finanzierung sind dabei die Herausforderungen für das Management.
Aktuell ist laut GKV die Umsatzentwicklung sehr positiv, problematisch sind steigende Energie- und Rohstoffpreise und somit sinkende Margen. An der gestiegenen Nachfrage lässt sich ablesen, dass in den letzten Monaten viele Kunststoffverarbeitende Unternehmen Liquiditätsreserven verbraucht haben und nun frisches Kapital benötigen. Der Zugang zu Bankkrediten ist grundsätzlich leichter geworden als noch vor einem Jahr, jedoch erschweren schlechtere Ratings aufgrund der Bilanzen 2009/2010 die Kreditaufnahme.
Als Ergänzung zum klassischen Bankkredit bringt Factoring zusätzliches Geld ins Unternehmen. Durch den fortlaufenden Verkauf der Forderungen sichert der Kunststoffverarbeiter seine Liquidität und kann so wachsen. Factoring passt sich den Umsätzen automatisch an und das ganz ohne zusätzliche Sicherheiten. Die Kosten können oft schon durch Skonto im Einkauf und dem Gewähren längerer Zahlungsziele (statt einem Rabatt für die Kunden) kompensiert werden. Außerdem sind die Forderungen gegen Ausfall versichert und der Factor übernimmt das Debitorenmanagement. Viele Kunden nutzen das Ausschnittsfactoring und geben einen Teil ihres Jahresumsatzes ins Factoring. Einzelne Schnellzahler können einfach rausgelassen werden und der Kunde spart unnötige Kosten.
ist als Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Partner bei der Pape & Co. Gruppe.