Kim Schneider
ist Geschäftsführer von KrediKontor.com.

Viele mittelständische Unternehmen tun sich schwer, eine adäquate Bankfinanzierung zu finden. Als Hauptursache hierfür werden von Seiten der kreditgebenden Banken zumeist strukturelle Defizite und ungenügende Bonität angeführt. Andererseits zeigt jedoch eine Vielzahl von Studien deutlich, dass es den Banken häufig an Verständnis gegenüber den Unternehmen mangelt. Weitergehend führt jedoch mangelnde Transparenz seitens der Unternehmen gegenüber ihrer Hausbank zu einem unzureichenden Vertrauensverhältnis und infolgedessen dazu, dass mehr als ein Viertel aller Kreditanfragen mittelständischer Unternehmen negativ beantwortet werden. (1)
Um diesen Umständen entgegen zu wirken, besteht für Unternehmen jedoch die Möglichkeit, sich mittels einer offenen und transparenten Finanzkommunikation gegenüber der jeweiligen Hausbank aktiv in die Steuerung des Kreditratings einzubringen. Und wie die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Instituts für Kredit- und Finanzwesen der Ruhr-Universität Bochum (IKF) belegen, scheint genau dies der Schlüssel zum Erfolg zu sein: Firmen, die ihren Kapitalgebern nicht nur Routineinformationen wie Bilanzen und GuV-Rechnung übermitteln, sondern zeitnah, umfasssend und persönlich über ihr Unternehmen informieren, genießen deutliche Vorteile bei der Geschäftsfinanzierung. So müssen diese Unternehmen in der Regel weitaus weniger Sicherheiten stellen, bekommen mehr Mittel zur Verfügung gestellt und können auch im Notfall mit Hilfe rechnen. Dennoch verweisen die Studienergebnisse auch darauf, dass ein großer Teil der Unternehmen im Bereich der Finanzkommunikation erhebliche Defizite aufweist, sodass in diesem Zusammenhang häufig von einer „dramatische Kommunikationsklemme“ die Rede ist. Diese Defizite gilt es mit mehr Transparenz, sowohl gegenüber der Hausbank, als auch gegenüber Wirtschaftsauskunfteien und Warenkreditversicherern abzubauen.
Vertrauen stellt einen bedeutenden Schlüsselfaktor -nicht nur für persönliche Beziehungen- sondern auch für Finanzbeziehungen dar. Und Vertrauen basiert insbesondere auf einer nachhaltig durch Transparenz und Verlässlichkeit geprägten Finanzkommunikation zwischen den Unternehmen und ihren Kapitalgebern. Denn wer Finanzmittel in Anspruch nehmen will und ein gutes Rating wünscht, muss bereit sein, seiner Hausbank umfangreiche Informationen preiszugeben. Der offensive Umgang mit Unternehmenskennzahlen, die Offenlegung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens sowie regelmäßige Informationen über strategische Entscheidungen und die geschäftliche Entwicklung, tragen zur Kommunikation der Kreditwürdigkeit bei und ermöglichen die Erweiterung der Finanzierungsmöglichkeiten. Neben einer strukturierten Vorgehensweise bildet regelmäßige Kommunikation eine unabdingbare Voraussetzung für eine langfristig angelegte, vertrauensvolle Beziehung zwischen den Unternehmen und dem jeweiligen Kreditgeber. Gute Finanzkommunikation basiert also auf ein Verhaltensmuster das durchaus vergleichbar ist mit gute zwischenmenschliche Beziehungen: „Nimm dir Zeit für deine Freunde, denn sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde“.
(1) vgl. Olschewski In: Südwestfalen Manager 04/11, S. 6.
ist als Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Partner bei der Pape & Co. Gruppe.
Sehr geehrte Damen und Herren,
um genau auch diesen geschilderten und erfolgreichen Weg der offenen Finanzkommunikation auch kleineren Unternehmen zu ermöglichen, habe ich ein Excel-Tool zur "rollierenden Liquiditätsplanung" entwickelt. Es würde mich freuen, über diesen Weg das Interesse Ihrer Leser zu wecken.
Mit freundlichen Grüßen
Hans Ruzicka
Hans Ruzicka Unternehmensberatung am 11.05.2011 14:52