Jörg Hafkemeyer
ist Inhaber von ProKa Projekt & Kalkulation.

Fast allen Neugründungen fehlt Kapital und hier vor allem das Eigenkapital. Selbst bei einer „Kleingründung“ mit dem KFW Startgeld über 50.000 € werden 20 Prozent oder 10.000 Euro als Eigenkapital benötigt.
Im Bereich dieser Kleingründungen, meist Handwerk oder Dienstleistungen, werden dafür vom Gründer oft die oben genannten 3 F`s angesprochen.
Auf Grundlage von Erfahrungen kann ich von den beiden ersten F`s – Family and Friends – nur abraten, außer das Kapital wird gleich als „Risikokapital“, mit Nachteilen vergeben.
Begeisterte Vermögende sollten, solange sie begeistert sind, ebenfalls Beteiligungskapital geben. Sie können hier vertraglich eine spätere Wandlung vorsehen – wenn es Ihr Unternehmen dann noch gibt.
Bei den 2 F`s haben die Familienmitglieder meist keine Kenntnis über Ihr Geschäft/Unternehmen. Sie erhalten das Kapital allein aus dem Grund weil „Sie es sind“. Dies ist auch das große Manko bei diesem Eigenkapital.
Geht man vom schlimmsten aus, dass Ihre Geschäft/Unternehmen „baden“ geht. Was erzählen Sie Ihrer Verwandtschaft – die sich das Geld vielleicht selbst geliehen hat (sollte niemals angegangen werden) und wo auf dem letzten Familientreffen noch gesagt wurde, läuft alles bestens. Nicht nur, dass Opa und Tante Luise ihr Geld verloren haben, ab jetzt sind Sie gebrandmarkt für alle weitere Zeit.
Finanzierung und Geld leihen bezieht sich hier nicht nur auf „Cash“, sondern beinhaltet auch Bürgschaften und Immobilienhypotheken, die von den Banken gerne von „Omas Häuschen“ genommen werden. Lassen Sie so etwas auf jeden Fall sein.
Sollten Sie eine Gründung vorhaben, dann:
ist als Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Partner bei der Pape & Co. Gruppe.