Matthias Bommer
ist Experte für den Bereich Factoring.

In Deutschland zählt der Wirtschaftszweig „Spedition und sonstige Verkehrsvermittlung“ derzeit rund 20.000 Unternehmen mit einem Umsatz von ca. 65 Mrd. EUR. Der Wettbewerb ist zunehmend härter geworden und führt zu ruinösen Preiskämpfen. Das Ausfallrisiko des Wirtschaftszweiges ist mit einer Insolvenzquote von 3% als hoch einzustufen. Insbesondere im aktuellen Marktumfeld mit wieder ansteigender Auftragslage stoßen viele Speditionen finanziell schnell an ihre Grenzen, insbesondere wenn ihre Abnehmer lange Zahlungsziele beanspruchen. Bestehende Kostenblöcke wie Personal, LKW, Diesel und Maut und Personal sind jedoch pünktlich zu begleichen.
Gerade in dieser Situation kann Factoring nachhaltig die Liquidität für den Spediteur sichern. Das Unternehmen generiert zeitnah Liquiditätszufluss mittels Verkauf seiner Forderungen. Jetzt muss nicht mehr darauf gewartet werden bis der Debitor seine Rechnungen begleicht, denn binnen zwei Werktagen erfolgt die Gutschrift auf dem Konto.
Praxisbeispiel – Mit Speditionsfactoring auf Tour
Im Beispiel handelt es sich um eine inhabergeführte Spedition mit Sitz im Süden von Bayern. Das Unternehmen besteht seit den 60iger Jahren und erwirtschaftet stabile Umsätze. Aufgrund des starken Wachstums in den vergangenen Jahren werden zunehmend alternative Finanzierungsmöglichkeiten eingesetzt. Aktueller Geschäftsschwerpunkt stellen Transporte von Fertig- und Milchprodukten zur Weiterverarbeitung nach Italien dar. Die Auftragslage wird als positiv eingeschätzt was sich in steigenden Aufträgen niederschlägt.
Bedingt durch lange Zahlungsziele von bis zu 90 Tagen gegenüber den italienischen Debitoren kommt es jedoch immer wieder zu Liquiditätsengpässen. Die Hausbank wollte zu Beginn des Jahres bestehende Kontokorrentkredite aufgrund fehlender zusätzlicher Sicherheiten nicht weiter erhöhen. Über den Steuerberater wurde das Thema Factoring vorgestellt und der Kontakt zur Vantargis Factoring hergestellt. In den folgenden Gesprächen fanden auch Bank und Unternehmer Konsens darüber, dass bei Einsatz von Factoring der bestehende Kontokorrentkredit um 25 Prozent gekürzt werden solle. Eine ausreichende Finanzierungsquote war auch mit dieser Kürzung sichergestellt. Der Vorteil besteht darin, dass keine weiteren Sicherheiten zu bringen waren bei gleichzeitiger Senkung der Finanzierungskosten bestehender Kontokorrentlinien.
Die tägliche Arbeit mit Factoring
Rechnungen können seitens der Spedition täglich zur Finanzierung eingereicht werden. Da eine Vielzahl von Speditionen im Gutschriftenverfahren abrechnen, wird von Vantargis Factoring an dieser Stelle die erstellte Gutschrift als Finanzierungsbasis herangezogen. Sobald die Lieferscheine vom jeweiligen Fahrer eingetroffen sind, stellt die Spedition die Rechnungen an die Debitoren aus. Parallel erhält Vantargis Factoring die Belege zur Verarbeitung. Innerhalb von zwei Arbeitstagen sind so 80 Prozent der Brutto-Rechnungssumme auf dem Konto gutgeschrieben. Für die Debitoren ändert sich so gut wie nicht, denn sie überweisen den Betrag einfach an eine andere Kontonummer. Diese ist auf der Rechnung vermerkt und legt das Factoring jedem Kunden gegenüber offen.
Neben der Sicherstellung der Liquidität sind die mittlerweile gegen Null laufenden Forderungsausfälle ein entscheidender Grund für den Einsatz von Factoring. So wird vor Ankauf einer Forderung der jeweilige Debitor versicherungsseitig auf seine Bonität geprüft. Damit ist gewährleistet, dass die Spedition nur über starke Kunden verfügt mit denen sie zusammenarbeitet. Darüber hinaus übernimmt Vantargis Factoring in enger Abstimmung mit der Spedition das komplette Mahnwesen.
ist als Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Partner bei der Pape & Co. Gruppe.