Matthias Bommer
ist Experte für den Bereich Factoring.

Die Konjunktur zieht an in Deutschland und die meisten Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe haben wieder eine gute Auftragslage. In den vergangenen Monaten haben viele Mittelständler ihre Liquiditätsreserven aufgebraucht und benötigen nun neues Kapital zur Finanzierung von Wachstum. Bei der Kreditvergabe müssen Unternehmer die oftmals schlechteren Bilanzen von 2009 vorlegen, was häufig zu einer Abstufung des Ratings führt. Das wiederum führt oft zu höheren Kreditkonditionen, der Forderung von zusätzlichen Sicherheiten oder gar der Ablehnung der Finanzierung. Verschlechtern sich die Ratings der Kunden der Bank, müssen diese für das selbe Kreditvolumen mehr Eigenkapital hinterlegen - dieses ist jedoch auch bei den Banken Mangelware. Eine interessante Alternative ist zum Beispiel Factoring. Dabei verkauft der Unternehmer fortlaufend seine Rechnungen an einen Factor und erhält dafür sofort Liquidität - und das ganz ohne zusätzliche Sicherheiten.
Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Wareneinsatz oft ein großer Kostenblock. Mit Factoring lassen sich leicht die Einkaufskosten senken, denn der Unternehmer ist durch den Verkauf der Forderungen liquide. Er kann das Geld im Einkauf einsetzen und seine Rechnungen zeitnah begleichen. So lassen sich Skonti realisieren oder besondere Rabatte aushandeln. Neben der Sicherung der Liquidität sind Factoring-Kunden gegen den Ausfall der Forderungen geschützt und der Factor übernimmt das Debitorenmanagement. Außerdem haben Unternehmer dank Factoring einen Wettbewerbsvorteil, denn sie sind liquide und können so ihren Kunden längere Zahlungsziele statt Skonto anbieten. Factoringkunden sparen somit doppelt, beim Einkauf und beim Absatz.
Im Fallbeispiel realisiert ein Metallunternehmen mit Factoring Einkaufs - und Absatzvorteile. Das Unternehmen ist sehr mehr als 50 Jahren am Markt etabliert und fertigt hochpräzise Dreh- und Frästeile. Zu den Kunden zählen namhafte Firmen aus den verschiedensten Branchen. Die Auftragslage war gut, doch einige große Debitoren verlängerten 2009 plötzlich die Zahlungsziele auf bis zu 90 Tage. Da hochwertige Materialien verarbeitet wurden, waren die Einkaufskosten hoch und das Unternehmen wollte diese nicht so lange bevorschussen. Bei der Suche nach einer passenden Finanzierungsart wurde auch Factoring geprüft. Gemeinsam mit der Vantargis Factoring wurde analysiert, ob Factoring die Liquidität ausreichend sichern kann. Die zehn Hauptdebitoren machten 90 Prozent des Umsatzes aus - es konnte somit durch den fortlaufenden Verkauf der Forderungen zusätzliche Liquidität geschaffen werden. Der Geschäftsführer sprach außerdem seine Lieferanten auf die Gewährung von Skonto bei Zahlung innerhalb von vierzehn Tagen an und der Großteil war bereit, bis zu drei Prozent Skonto einzuräumen. Auf der Absatzseite sah es ähnlich aus. Ein längeres Zahlungsziel von bis zu 60 Tagen war den meisten Kunden wichtiger als die Realisierung von gewährtem Skonto.
Nach Abschluss des Vertrages mit der Vantargis Factoring begann der Unternehmer umgehend mit den Vorbereitungen und hatte nach nur drei Wochen die erste Bevorschussung auf die aktuellen Forderungen auf seinem Konto gutgeschrieben. Er erzielte somit einen sofortigen Liquiditätsschub. Seitdem erfolgt die Rechnungsstellung täglich an die Kunden. Die Vantargis Factoring erhält diese parallel zu Bearbeitung. Das Metallunternehmen hat so in der Regel binnen zwei Arbeitstagen rund 80 Prozent der Rechnungssumme auf dem Konto. Den Rest erhält es, abzüglich einer Gebühr, wenn der Debitor die Rechnung an die Vantargis beglichen hat.
Der Unternehmer hat seine Liquidität dank Factoring dauerhaft gesichert und kann so weiteres Wachstum, zum Beispiel in andere Branchen, finanzieren.
ist als Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Partner bei der Pape & Co. Gruppe.