Patrick G. Weber
ist Geschäftsführer der Vantargis Leasing GmbH.

Eine gesunde Eigenkapitalquote liegt bei mehr als 30 Prozent, jedoch liegen derzeit zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen unter diesem Wert. Das ergab eine Mittelstandsstudie des Betrieblichen Forschungszentrums für Fragen der mittelständischen Wirtschaft. Bei knapp 20 Prozent der Unternehmen sieht die Situation sogar dramatisch aus: Deren EK-Quote liegt unter fünf Prozent oder sogar schon im negativen Bereich. Wie sollen diese Unternehmen nun Wachstum finanzieren? Ca. ein Drittel der befragten Unternehmen will die Quote durch Thesaurierung – also den Verbleib des Gewinns im Unternehmen – steigern. Andere setzen auf zusätzliches Leasing, wobei 30 Prozent der Unternehmen Leasing bereits nutzen. Dieses Finanzierungs-Instrument eignet sich besonders gut in Phasen von Neuinvestitionen und Wachstum, denn mit einem vernünftigen Leasingvertrag verteilen sich die Kosten für das Wirtschaftsgut auf seine Laufzeit. Damit stehen den Ausgaben direkte Einnahmen aus der Produktion gegenüber.“
Laut Studie nehmen 80 Prozent der Befragten nehmen keine Kreditklemme wahr, aber eine Zunahme der Anforderungen bei einer Kreditvergabe. Ein weiterer Vorteil von Leasing ist, dass Die Kosten als Betriebsausgaben gebucht werden und somit nicht die Bilanz belasten. Das Unternehmen ist nicht der Eigentümer der Maschine und sie taucht in seiner Bilanz nicht auf, sondern wird bei der Leasing-Gesellschaft bilanziert. Das führt zu einer Verringerung der Bilanzsumme gleichzeitig zu einer Erhöhung wichtiger Kennzahlen in der Unternehmensbewertung, wie beispielsweise der Eigenkapitalquote. Außerdem können die Leasingraten teilweise als Betriebsausgaben steuerlich abgesetzt werden.
Das Instrument Leasing hat dadurch direkte Auswirkungen auf das Banken-Rating und die damit verbundenen Kreditkonditionen. Unternehmen mit einem hohen Verschuldungsgrad werden es auch 2011 schwer haben, Liquidität zu bekommen, um notwendige Investitionen zu tätigen. Gerade deswegen ist es wichtig, Kapital aus dem Unternehmen heraus zu generieren. Das sei zum einen durch Thesaurierung und klassisches Leasing möglich. Aber auch Factoring und Sale-and-lease-back bieten sich für viele Mittelständler an. Beim Sale-and-lease-back verkaufen die Eigentümer ihre Maschinen oder Anlagen an das Leasingunternehmen und leasen sie direkt wieder zurück. Somit kommt frisches Kapital ins Unternehmen. Trotzdem genießen sie weiterhin alle Vorteile des Leasings. Besonders empfehlenswert ist Sale-and-lease-back oder Sale-and-mietkauf-back, wenn Unternehmen über Patente, Lizenzen oder eingeführte Marken verfügen, denn immaterielle Wirtschaftsgüter lassen sich auf diesem Wege ebenso zu Eigenkapital machen.
ist als Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Partner bei der Pape & Co. Gruppe.