Wohin geht die Reise für den deutschen M&A-Markt?

M & A Markt

Diese Frage stellen sich derzeit viele mittelständische Unternehmer, die Ihre Nachfolge mit einem Unternehmensverkaufs regeln möchten. Während der europäische Markt für Fusionen und Übernahmen (kurz: M&A-Markt) aufgrund der Finanzkrise in 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 30% einbrach, fiel der Abschwung am deutschen M&A-Markt noch relativ moderat aus. Beim gesamten Transaktionsvolumen war lediglich ein Rückgang um 6%, von 188 Mrd. US-$ auf 176 Mrd. US-$ zu verzeichnen. Die Anzahl der angekündigten Transaktionen stieg dagegen sogar um 9% von 1.255 auf 1.411. Dennoch ist ein wesentlicher Trend für den deutschen M&A-Markt festzuhalten: Das durchschnittliche Volumen pro Transaktion ist deutlich zurückgegangen ist.

Gewinner und Verlierer nach Branchen

Die Unternehmenswerte für das Segment Mid- und Largecap , gemessen auf Basis des durchschnittlichen EBIT-Multiplikators haben sich, je nach Branche, unterschiedlich entwickelt. Während es im letzten Jahr noch mehrere Branchen gab, deren EBIT-Multiplikatoren von der Krise fast nicht betroffen waren, skizziert eine aktuelle Analyse ein gegensätzliches Bild. Starke Einbußen mussten die Bereiche Maschinen- und Anlagenbau, Textil und Bekleidung sowie Nahrungs- und Genussmittelindustrie hinnehmen. Der EBIT-Multiple sank im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 2,6 Punkte. Mittelstarke Abschläge i. H. v. 0,5 bis 0,8 Punkten weisen die Branchen Fahrzeugbau- und -zubehör, beratende Dienstleistungen sowie Elektrotechnik/ Elektronik auf. Lediglich die Firmenwerte der Branchen Handel/E-Commerce, Chemie und Pharma blieben stabil bzw. haben sich leicht positiv entwickelt. (Veränderung der EBIT Multiplikatoren im Vergleich zum März 2008 zwischen -0,2 und +0,5).

Ausblick 2009

Es ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen der Finanzkrise in 2009 noch deutlicher spürbar werden und erneut niedrigere Transaktionszahlen bzw. -volumina zu verzeichnen sind. Waren aufgrund der eingeschränkten Kreditbeschaffungsmöglichkeiten zunächst vor allem die Finanzinvestoren betroffen, so werden durch den Einbruch der Realwirtschaft und der drohende Rezession zunehmend auch strategische Investoren unter den Auswirkungen der Finanzkrise leiden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Rettungsschirme für Banken bisher nicht die gewünschte Wirkung zeigen und sich die Kreditbeschaffung sowohl für Finanzinvestoren, als auch für strategische Investoren, weiterhin schwierig gestaltet.

Dennoch gibt es strategische Investoren, die von der Finanzkrise profitieren könnten. Viele finanziell immer noch gut aufgestellte Unternehmen begreifen die Krise auch als Chance: Akquisitionsobjekte, die vorher zu teuer waren, können nun unter Umständen günstiger erworben werden. So hat unter anderem Siemens angekündigt, die Finanzkrise für gezielte Akquisitionen zu nutzen. Ein Motiv für strategische Investoren ist dabei auch klar die Restrukturierung der Zielunternehmen.

Wie sollen sich mittelständische Verkäufer in dieser Marktsituation verhalten?

Nach Analyse der derzeitigen Kaufpreisentwicklung sollten Unternehmer den Unternehmensverkauf auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Jedoch gilt prinzipiell, dass jede Verkaufsentscheidung situationsabhängig ist und nicht allein vor dem Hintergrund der konjunkturellen Lage des M&A-Marktes getroffen werden sollte. Was leider in diesem Zusammenhang oft sträflich vernachlässigt wird, ist die eigentliche Vorbereitung des Unternehmens auf den Verkauf. Risikoabbau, Strukturierung der Bilanz sowie Optimierung der Strukturen im Hinblick auf steuerliche Auswirkungen müssen immer fokussiert werden. Denn selbst in konjunkturellen Hochzeiten kann nur auf diese Weise ein maximaler Kaufpreis erzielt werden. Nutzen Sie die Zeit, um essentielle Vorbereitungen zu treffen.

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