Unternehmensverkauf - wie und wann bereite ich mich vor?

Unternehmensverkauf

Die Entscheidung eines Unternehmers sein Unternehmen zu verkaufen ist sicherlich nicht spontan - regelmäßig ist es ein längerer innerer Prozess.

"Entscheidet sich der Unternehmer uns zu beauftragen, führen wir eine Vorprüfung durch, um etwaige Hindernisse zu erkennen und das voraussichtliche Ergebnis unserer Tätigkeit abzuschätzen", erklärt Matthias Tröger, Geschäftsführender Gesellschafter der seneca Corporate Finance GmbH. "Dieses potentielle Ergebnis sollte, vielmehr muss sich mit den Zielvorstellungen des Auftraggebers decken. Ein befriedigendes Resultat ist ansonsten nicht zu erzielen"!

Ist die Transaktion prinzipiell durchführbar?

Beschränkungen finden sich oft in den Regelungen des Gesellschaftsvertrags, zum Beispiel in Form von Vorkaufsrechten oder Veräußerungsbeschränkungen. In selteneren Fällen haften Gesellschaftsrechte oder -vermögen für Verbindlichkeiten außerhalb des Unternehmens.

Ist der zu erwartende Kaufpreis akzeptabel?

Der (Brutto-) Kaufpreis wird mit Hilfe einer Unternehmensbewertung abgeleitet, wobei die Kenntnis des aktuellen Transaktionsmarktes und der relevanten Branche wichtig sind. Die zum Beispiel für den Handel oder das be- und verarbeitendes Gewerbe eingesetzten Bewertungsmethoden unterscheiden sich grundsätzlich!
Der Nettokaufpreis ist der dem Verkäufer nach Berücksichtigung seiner individuellen Steuerlast verbleibende Betrag. Ob ein vergünstigter Steuersatz Anwendung findet ist häufig abhängig davon, ob steuerliche Fristen, die bis zu 7 Jahre betragen, eingehalten werden

Wie kann ich den Verkauf vorbereiten?

Es gibt viele Möglichkeiten die Attraktivität des Unternehmens für einen Käufer zu erhöhen und den Kaufpreis zu optimieren:

1. Kaufpreis
Ertragskraft des Unternehmens
Die zukünftige Ertragskraft des Unternehmens in der Unternehmensplanung ist die Grundlage für die Kaufpreisermittlung. Die Plausibilisierung der Unternehmensplanung erfolgt über die Vergangenheitsergebnisse. Diese spiegeln häufig nicht die tatsächliche Ertragskraft des Unternehmens wider und machen eine Plausibilisierung nur mit umfangreichen Erläuterungen möglich. Warum?
Legitimerweise nutzt der Unternehmer alle Möglichkeiten zur legalen Steuervermeidung und -verschiebung durch die Nutzung von Bewertungswahlrechen ? denn die ersparte Steuer steht dem Unternehmen als Liquidität zur Verfügung.
Weiterhin lohnt sich ein Blick darauf, ob die gezahlten Gesellschafter-/Geschäftsführervergütungen auch einem angestellten Geschäftführer gezahlt würden, oder ob Aufwendungen für soziale und gemeinnützige Zwecke tatsächlich dem Unternehmenszweck gelten.
Zwar löst der Ausweis höherer Erträge löst zusätzliche Steuern aus, Kaufpreisverhandlungen werden dadurch jedoch erleichtert.

2. Liquidität
Das Unternehmen wird in der Regel schuldenfrei übergeben, insoweit auch ohne Cash. Jede zusätzliche Generierung von Cash oder Verringerung von sog. Zins tragenden Verbindlichkeiten im Vorfeld der Trabsaktion erhöht somit den Kaufpreis. Daher empfiehlt sich vor dem Verkauf eine vorsichtige Investitionspolitik, insbesondere im Anlagevermögen.
Auch durch die Optimierung des Working Capital (Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) kann Liquidität geschaffen werden. Ebenso durch die konsequente Ausgliederung und Verkauf nicht betriebsnotwendigen Vermögens.

3. Transparenz
Der Erwerber prüft, inwieweit die Planung des Unternehmens nachvollziehbar und verlässlich ist. Der Aufbau einer funktionierenden Unternehmensplanung und Controlling ist daher empfehlenswert

4. Management
Der Käufer eines Unternehmens ist darauf angewiesen, dass das Unternehmen auch nach Ausscheiden des Unternehmers autark funktionieren kann, insoweit ist ein kompetentes Management vorteilhaft

5. Transaktionsstruktur
Eine Vielzahl von Fragestellungen fällt in diesen Bereich, zum Beispiel ob die Immobilien mitverkauft werden sollen, oder langfristig an den Erwerber vermietet werden? Oder soweit Pensionsrückstellungen vorhanden sind, sollten diese unbedingt im Vorfeld der Transaktion ausgegliedert werden. Sollen Geschäftsanteile oder einzelne Wirtschaftsgüter verkauft werden?

Fazit:
In Idealfall beginnt der Unternehmer etwa 3 Jahre vor der Initiierung des Verkaufsprozesses mit den Vorbereitungen. Sind diese abgeschlossen, wird ein besseres Ergebnis erzielt und die Transaktion sehr viel unkomplizierter sein. Dies ermöglicht eine zügige Umsetzung der Transaktion.
Nicht zuletzt kann sich der Unternehmer auch persönlich auf den Zeitpunkt vorbereiten, an dem nicht mehr das Unternehmen in Mittelpunkt allen Denkens und Handelns ist ...

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