Auf in die Zukunft - Unternehmensübergabe anders gedacht

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70.000 Unternehmensnachfolgen stehen in Deutschland jährlich an. Laut einer Erhebung der DIHK aus dem Jahre 2009 bestehen wesentliche Hindernisse darin, dass die Übergeber nicht rechtzeitig vorbereitet sind und emotional nicht loslassen können. Nur 40 Prozent der Nachfolgen wurden aus Sicht der Übernehmer zufriedenstellend geregelt. Diese Situation verlangt im Interesse aller Beteiligten dringend eine alternative Herangehensweise.

Unternehmer, die eigentlich ans Übergeben denken sollten, sind mit 60 Jahren heute noch fit. Sie sehen noch eine berufliche Zukunft vor sich, wollen noch nicht aus dem Berufsleben ausscheiden. Das Rentenalter wurde schließlich auf 67 Jahre heraufgesetzt. Sie übersehen dabei allerdings, dass die Regelung der Nachfolge oft mehrere Jahre dauert. Nicht immer kommen eigene Nachkommen in Frage. Dann sind Lösungen wie die eines Nachfolgers aus dem Unternehmen oder von außen durchzuspielen. Das kann sich bis zu fünf Jahren hinziehen. Es ist alles andere als „Business as usual“ und bedarf eines besonderen Einsatzes, weshalb ein Unternehmer die Nachfolge tatsächlich in einem Alter regeln muss, in dem er noch fit ist.

Häufig übersehen Übergeber, dass ihr Wirken mit der Abgabe der Geschäftsführung nicht schlagartig beendet sein muss. Ihr Rat ist weiterhin gefragt. Die Einmischung ins Tagesgeschäft dagegen stört den Übernehmer gewöhnlich. Sie behindert eine gesunde Weiterentwicklung des Unternehmens gemäß den eigenen Vorstellungen. Wenn ein Senior-Unternehmer nach der Übergabe noch in einem Bereich mitarbeitet, dann funktioniert das nur, wenn sein Verhältnis zum Geschäftsführer wie das von jedem anderen Mitarbeiter auch ist. Das will und kann nicht jeder. Bill Gates hat diese besondere Stärke bewiesen, als er die Geschäftsführung im Jahre 2000 abgab. Es fiel ihm deshalb leicht, weil er mit Haut und Haaren Innovator ist, immer Neues schaffen will. So gründete er einen ThinkTank und zusammen mit seiner Frau die Bill und Melinda Gates Foundation, die sich in der landwirtschaftlichen Entwicklung engagiert.

Hat der Übergeber seinen nächsten Lebensabschnitt geplant, erscheint alles in einem neuen Licht: Auf neue Aufgaben konzentriert, fällt das Loslassen und die Nachfolgeregelung leichter. Die Devise für alle Beteiligten ist jetzt: „Auf in die Zukunft“.

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