Unternehmensbewertung in der Praxis

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Unternehmensbewertungen finden sich in der Praxis in unterschiedlichen Formen und zu verschiedenen Anlässen wieder. Neben dem klassischen Fall eines Unternehmenskaufes oder -verkaufes finden Unternehmensbewertungen auch bei der Wahl einer Geschäftsfeldstrategie, zur unternehmenswertorientierten Vergütung von Managern sowie zur Bewertung von Finanzanlagen, also „in laufender Rechnung“ statt.

Welchen Wert hat ein Unternehmen?

Während Unternehmer, die ihre Firma verkaufen wollen, den Wert häufig überschätzen, denkt der potentielle Nachfolger beziehungsweise Erwerber daran, was er mit dem Unternehmen in Zukunft erwirtschaften und wie er den Kaufpreis finanzieren kann. Beide kommen daher nicht selten zu unterschiedlichen Wert- oder Preisvorstellungen, wenn es um den Kaufpreis geht. Es gibt in der Praxis also nicht „den“ allgemeingültigen Wert eines Unternehmens sondern verschiedene Werte für verschiedene Personen (sogenannte subjektive Unternehmenswerte).

Wie wird der Unternehmenswert ermittelt?

In der Praxis herrscht oft die Meinung vor: fragt man 10 Berater erhält man mindestens 11 verschiedene Unternehmenswerte und Herangehensweisen. Eine verbindliche Vorgehensweise für die Bewertung einer Firma existiert tatsächlich nicht. Wissenschaft und Praxis haben daher unterschiedliche Methoden entwickelt, um den Unternehmenswert zu ermitteln.

Einen Handlungsrahmen für die Ermittlung eines objektivierten Unternehmenswertes ist im Standard des Institutes der Wirtschaftsprüfer, dem IDW S1 festgelegt. Das bedeutet, ein neutraler Gutachter ermittelt den Preis, der sich für ein Unternehmen „im gewöhnlichen Geschäftsverkehr“ bilden würde, das heißt unabhängig von bestimmten Käufern oder Verkäufern. Diese Herangehensweise spielt bei der Unternehmensbewertung die wichtigste Rolle. Im Vordergrund steht dabei die zukünftige Ertragskraft der Gesellschaft. Auch für Banken hat dieser Aspekt wesentlich mehr Bedeutung als die Unternehmenssubstanz: Denn nur eine entsprechende "Verzinsung" des Kaufpreises in Form zukünftiger Unternehmensgewinne, bietet die Sicherheit, dass der Nachfolger eine eventuelle Kaufpreisfinanzierung stemmen kann.

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