Unternehmen – Projekt – Kommunikation - Erfolg

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Kommunikation verläuft scheinbar selbstverständlich, sodass sie nicht weiter problematisch erscheint. Das stimmt soweit - zumindest in vielen Alltagsangelegenheiten.

So denken auch viele Unternehmer und winken ab, wenn sie das Wort „Kommunikations-Training“ hören. Warum also mit dem Thema beschäftigen? Weil Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg ist!

Kommunikation kommt aus dem Lateinischen: communicare = teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen, vereinigen. Seine ursprüngliche Bedeutung: Sozialhandlung(en), in die mehrere Menschen (Lebewesen) einbezogen sind. Zwei Aspekte der Sozialhandlungen sind:

  • Anregung und Vollzug von Zeichenprozessen (Sprache, Schrift, Bilddarstellungen, Mimik, Gestik, Rituale, Seminare, Workshops …)
  • Teilhabe, in der etwas als etwas Gemeinsames entsteht (communio = Gemeinschaft, communis = gemeinsam)

Das heißt, durch Kommunikation werden Hindernisse überwunden, die sich nicht alleine bewältigen lassen.

Erst bei Missverständnissen und/oder Misserfolgen bemerken wir, dass Kommunikation doch ein Problem (griechisch: πρÏŒβλημα próblema = das Vorgeworfene, das Vorgelegte, „das, was [zur Lösung] vorgelegt wurde“) darstellen kann.

Problem nennt man eine Aufgabe oder Streitfrage, deren Lösung mit Schwierigkeiten verbunden ist. Probleme stellen Hindernisse dar, die überwunden oder umgangen werden müssen, um von einer unbefriedigenden Ausgangssituation in eine befriedigende(re) Zielsituation zu gelangen.

Genau das ist die Kernaufgabe von Projekten: Hier ist das Problem und zur Lösung führt die Kommunikation.

Das klingt im ersten Moment völlig einleuchtend, sieht sich jedoch in der Realität vielen Hindernissen ausgesetzt: Unterschätzung des Instruments „Kommunikation“, einseitiges Verständnis von „Kommunikation“, Fehleinschätzung der Situation/ Aufgabe (des Problems), mangelnde Kenntnis der Mitarbeiter-Ressourcen u.v.m.

Wie machen Sie funktionierende Kommunikation, die zu Erfolgen führt?

Unabhängig ob mit traditionellen Mitteln oder neueren technischen Möglichkeiten zur Kommunikation kann diese erst „Hindernisse überwinden“, wenn sie in ihrer ursprünglichen Bedeutung verstanden und angewendet wird, also geprägt ist von teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen, vereinigen und als (kontinuierliche) Sozialhandlung umgesetzt wird.

Das erfordert bei allen Arbeits-Projekten die Einbeziehung von MitarbeiterInnen aus allen beteiligten Bereichen wie, Kalkulation, Planung, Angebot/ Vertrag, Umsetzung, Marketing/Vertrieb …bereits ab der Planungsphase: Verantwortung TEILEN.

Hier stehen die Projekt-MitarbeiterInnen idealerweise auf einer Stufe und werden alle gleichermaßen über die Sachstände informiert. Jede Wortmeldung, jeder Gedanke ist in diesem Kreis wertfreie, gleichberechtigte Diskussionsgrundlage: TEILNEHMEN LASSEN. Besonders wertvoll sind dabei Zweifel: „Keiner kann einer Sache gewiss sein, wenn nicht Gegengründe rege gemacht worden sind“ (Emanuel Kant). Die gemeinsam beschlossene Strategie wird allen anderen an der Umsetzung beteiligten MitarbeiterInnen erläutert: MITTEILEN. Durch klare Zielformulierung, Transparenz in Strategie und Umsetzung erreichen Sie: GEMEINSAM MACHEN. Wenn der Erfolg des Projekts sich einstellt und den MitarbeiterInnen mitgeteilt wird in einer anerkennenden Weise, gelingt Ihnen: VEREINIGEN von KollegInnen und Unternehmen.

Eine besondere Verantwortung kommt in diesem Prozess den Führungskräften zu. An dieser Stelle möchte ich auf den Beitrag von Dr. Annette Eckes verweisen, in dem sie auf die Mängel im Führungsverhalten eingeht. Kommunikation im Unternehmen / in Projekten ist sehr abhängig von den Wertevorstellungen, die Führungskräfte im Unternehmensalltag leben.

Bedingungen für gute Führungskompetenz sind:

Akzeptanz: Bedingungslose, positive Wertschätzung der MitarbeiterInnen, Ermutigung, Zustimmung.

Empathie: Einfühlsames Verstehen der Erlebenswelt der MitarbeiterInnen.

Kongruenz: Echtheit, Wahrhaftigkeit im Sinne von Konfrontation, Klärung des Beziehungsgehaltes zum Mitarbeiter und Selbstmitteilung des Erlebens als Führungskraft.

Gehen wir von Carl Ransom Rogers‘ (amerikanischer Psychologe 1902-87) Grundannahmen der Persönlichkeitstheorie aus:

  • Streben des Menschen nach Selbstverwirklichung
  • Selbstaktualisierung, also der Umsetzung seiner inhärenten Möglichkeiten,

so sind die von Dr. Eckes genannten Qualitäten einer Führungskraft:

  • Anerkennung für geleistete Arbeit
  • Echtes Interesse an MitarbeiterInnen als Persönlichkeiten
  • Ermöglichen der Weiterentwicklung
  • Einbeziehung der MitarbeiterInnen in Entscheidungen

für die funktionierende Kommunikation unabdingbare Voraussetzungen.

Führungskräfte, die echtes Interesse an ihren MitarbeiterInnen haben, werden deren Stärken fördern. Vorteile: größere Mitarbeiterzufriedenheit, dadurch höhere Leistungen (u.a. durch höheres Engagement, Identifikation mit dem Unternehmen, sinkenden Krankenstand und Verkürzung der Zeiten für informelle Kommunikation, die ich immer wieder in Firmen mit unzufriedenen MitarbeiterInnen beobachte).

Für Führungskräfte besonders interessant ist meines Erachtens die oft in meinen Trainings von Teilnehmern geäußerte Meinung, dass Geld als Motivations-Förderung weit hinten rangiert (vorausgesetzt, es erfolgt eine angemessene Vergütung der Arbeitsleistung). An erster Stelle steht Anerkennung!

Wie können Sie MitarbeiterInnen zu funktionierender Kommunikation motivieren? Ich meine: Gar nicht!

Motivation kommt von innen. Sie können von außen niemanden motivieren. Alle Menschen sind mit Handlungsmotiven ausgestattet. DieKunst des guten Führens im Unternehmen/ Projekt besteht darin, die Motive der MitarbeiterInnen zu (er)kennen und Angebote an diese Motive (Macht, Unabhängigkeit, Neugier, Anerkennung, Ordnung, Sparen, Ehre, Idealismus, …) zu machen. Anerkennung ist ein bei allen Menschen vorhandenes Motiv. Anerkennung allerdings gehört nicht in den Bereich der Sachebene, sondern zur Gefühlsebene, einem sogenannten, gern belächelten, soft skill.

Wie also bewege ich MitarbeiterInnen zu funktionierender Kommunikation? Eine Möglichkeit ist: Bewegen.

Sie können z.B. Bewegung in Ihr Unternehmen bringen im engeren Wortsinn. MitarbeiterInnen, die sich in Projekten treffen, arbeiten nicht in jedem Fall immer gemeinsam. Es gilt also, möglichst schnell eine gute Kommunikationsbasis herzustellen. Die effizientesten Kommunikationstrainings finden jedoch nicht im Tagungsraum in gemütlicher Atmosphäre mit Knabbergebäck und reichlich Kaffee statt, denn „Erfahrung ist der Anfang aller Kunst und jedes Wissens“ (Aristoteles). Erfahrung wächst in der Bewegung und diese entsteht immer erst, wenn wir aus unserer Komfort-Zone hinaus müssen.

Sehr schnell und durch Überzeugung verändern Menschen ihr Verhalten, wenn sie ihre Grenzen weiter stecken und überschreiten. Ein solches erlebbares Kommunikationstraining ist u.a. auf High-Ropes-Anlagen möglich. Hier können durch Übungen erlebnisorientierte Erfahrungen zu raschen Erkenntnissen um das Wirken bestimmter Kommunikationsmuster führen. Nach meiner Erfahrung starten Gruppen, die ein solches Training absolviert haben, visionär in ihr Projekt, nicht euphorisch. Das ist die Basis für eine nachhaltige Verbesserung der Kommunikation und des Erfolgs im Unternehmen.

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