Umfinanzierung - Fördermittel zur Bilanzverbesserung - die Fördermittelpotenzialanalyse

bild_artikel_giesskanne.jpg

Die reine Umfinanzierung von Verbindlichkeiten des Unternehmens ist mit Fördermitteln üblicher Weise nicht vorgesehen. Der Antrag auf eine Förderung ist i.d.R. vor der Verwendung der Gelder zu beantragen. Die Verwendung der Gelder beginnt mit der Beauftragung eines Dritten.

Im Jahr 2010 gibt es hierzu Ausnahmen, die auf den Sonderprogrammen der Bundesregierung und der einzelnen Bundesländer basieren. Diese Programme müssen im Jahr 2010 zur Auszahlung kommen können. Das bedeutet, dass der gesamte Antragsprozess im Jahr 2010 abgeschlossen sein muss.

Die Sonderprogramme ermöglichen es, dass die Förderung innerhalb einer bestehenden Finanzierung mit einer Bank umfinanziert werden können. Dies bedeutet zum einen, dass Unternehmen als Anschlussfinanzierung Förderkredite erhalten können. Dazu kann ein Teil des Obligos der Hausbank auf das Förderinstitut übertragen werden.

Besteht beispielsweise mit der Hausbank eine Kreditlinie über ein Mio. Euro und die Hausbank will das Obligo reduzieren, können bis zu 60 Prozent des Kredites (also maximal 0,6 Mio. Euro) auf ein Förderinstitut übertragen werden. Es gibt einen neuen Förderkredit über eine Mio. Euro mit 60 Prozent Haftungsfreistellung.

Damit korrespondiert in wenigen Bundesländern (beispielsweise in Baden-Württemberg) die Möglichkeit Bürgschaften des Landes für bestehende Kreditengagements bis zum 90 Prozent vom Nennwert des Bankkredits bzw. der Bankkredite zu erhalten.

Natürlich können diese Instrumente auch zur Ausweitung der Finanzierung innerhalb von bestehenden Bankrisiken genutzt werden. Dazu verweisen wir auf das Thema Liquiditätssicherung - Förderung zusätzlicher Liquidität.

Das Umfinanzierungsthema in diesem Beitrag bezieht sich auch auf die Veränderung der Finanzierung innerhalb der Bilanz und bezieht die Planungen für die folgenden Monate und Jahre mit ein. Häufig sind in Unternehmen bestimmte Investitionen oder Kosten schon finanziert (budgetiert bzw. eingeplant) und andere Investitionen und Kosten müssen noch finanziert werden. Die Unternehmer neigen dazu diesen noch nicht finanzierten Bedarf in den Vordergrund zu stellen und nicht den gesamten Kapitalbedarf des Unternehmens darzustellen (Investitionen und Kosten insgesamt). Dies führt häufig zu falschen Ergebnissen bei der Finanzierungssuche. Die „Restfinanzierung“ ist meist zu teuer, zu stark zu besichern oder gar nicht verfügbar.

Sie erfahren nun, wie sich mit der Gestaltung von Projekten und der Sortierung der Finanzierung aus der Sicht der Gesamtoptimierung mit Fördermitteln erreicht werden kann.

Die Gestaltung von Vermögens-, Kapital- und Kostenstrukturen mit Fördermitteln.

Unternehmen, die schon länger mit Fachberatern im Bereich der Fördermittel zusammen arbeiten, kennen die jährliche und zum Teil unterjährige Analyse im Unternehmen, um zu schauen, wo sich derzeit einfach zu realisierende Einsparungen ergeben können.

Wir zeigen heute all den anderen einmal auf, wo die Fördermittel aus der Sicht einer Bilanz ansetzen bzw. ansetzen können. In jedem Falle verbessern Fördermittel die Kennzahlen. Bilanzen werden kleiner, Gewinne werden höher und die Relation zwischen beidem verbessert sich somit über proportional.

Die Verbesserung der Vermögensstruktur (Aktiva)

Entsprechend der beigefügten Darstellung der Bilanz-Aktiva werden hier die einzelnen Positionen erörtert und die Zuordnung der Förderung erfolgt.

Im Wesentlichen unterscheidet die Förderung zwischen Anlagevermögen (Investitionsförderung) und Umlaufvermögen (Betriebsmittelförderung). Diese Darstellung mischt sich noch mit der Einbeziehung der Markteinführungskosten mit der Investitionsförderung.

Die Projektförderung wird hier nur teilweise erfasst, da im Rahmen der Bilanz die Entwicklungskosten oder auch Marktanalysen nur mit dem Aktivierungswert erfasst werden können. Daher werden wir die Projektförderung im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) mit darstellen.

Die Investitionsförderung ist breiter und langfristig angelegt. Der Vorteil liegt in der Möglichkeit der Bezuschussung und der langfristigen Fremdfinanzierung mit zinsgünstigen Darlehen, wie auch der Möglichkeit öffentliche Beteiligungen ein zu beziehen und die Möglichkeiten der öffentlichen Bürgschaften zu nutzen.

Die Betriebsmittelförderung beschränkt sich hingegen eher auf mittelfristige Darlehen (5 bis 6 Jahre) und auf die Nutzung von öffentlichen Bürgschaften.

Die geförderte Kapitalstruktur (Passiva)

Die Fördermittel haben einen wesentlichen Einfluss auf die Kapitalstruktur eines Unternehmens. Die Förderung erfolgt meist durch eigenkapitalersetzende Mittel und langfristige Darlehen.

Die nicht rückzahlbare Zuwendung (Zuschuss) erhöht Ihr Eigenkapital. Dies wird in der Bilanz meist nicht klar dargestellt. Beim Zuschuss hat man die Möglichkeit diesen direkt an der Investition zu kürzen. Damit wird nur der verbleibende Wert als Anlagevermögen aktiviert. Buchen Sie den Zuschuss als außerordentlichen Ertrag, verbessert er Ihr Betriebsergebnis. Dadurch wird (nach Steuern) das Eigenkapital erhöht bzw. geschont, falls der Verlust größer ist als der Zuschuss.

Bei Existenzgründern und in ähnlichem Maße auch bei Gründern können langfristige Darlehen an den Existenzgründer bzw. den Gründer direkt (persönlich) vergeben werden. Hierdurch hat die beteiligte und im Unternehmen tätige Person (Gründer) die Möglichkeit privat geliehene Mittel als Eigenkapital in das Unternehmen ein zu bringen. Dies kann durch Einzahlung in das Firmenkapital geschehen oder auch als Gesellschafterdarlehen. Hiermit werden rückzahlbare Mittel im Unternehmen zu Eigenkapital.

Die öffentliche Beteiligung wird meist als stille Beteiligung im Nominalwertprinzip vergeben. Sie zahlen am Ende des Beteiligungsvertrages den erhaltenen Betrag zurück und vergüten die Beteiligung über die Jahre durch ein laufendes Entgelt, das sich aus einer Mindestzahlung und einem Gewinnanteil zusammensetzt. In jedem Falle ist das laufende Entgelt weniger als 12 vom Hundert pro Jahr.

Die langfristigen Förderdarlehen sind Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Diese werden über eine Bank abgewickelt, die einen Teil des Kreditrisikos (20 bis 100 %) übernimmt.

Die Liquiditätseffekte der Finanzierung sind in direktem Zusammenhang. Je mehr Kredit Sie haben, desto mehr Kapital haben Sie zur Verfügung, desto mehr müssen Sie später tilgen. Der Liquiditätseffekt durch eine Ausweitung der Finanzierung ist somit nur zeitweilig verfügbar.

Die Verbesserung der Kostenstruktur durch Förderung (GuV)

Die nachhaltigsten Liquiditätseffekte mit Fördermitteln erhalten Sie durch nicht entstandene Kosten. Im Folgenden zeigen wir die Einspareffekte durch eine Förderung im Rahmen der Kostenpositionen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) auf.

Kapitalbedarfsermittlung

Bei der Umfinanzierung gibt es keinen Kapitalbedarf, der auf der Vermögensseite zu benennen ist. Die Umfinanzierung geschieht meist im Rahmen der Fristenkongruenz. Um die Werte zu ermitteln, die das Unternehmen nachhaltig finanziell stabilisieren ist eine Abweichungsanalyse notwendig. Diese sollte von Ihrem Berater vorgenommen werden. Sie immer Teil einer Finanzierungsberatung.

Bei der Art der Umfinanzierung wird hinsichtlich der Kapitalgeber unterschieden. Somit sollten die umzufinanzierenden Mittel nach den Gruppen der Kapitalgeber erfasst werden. Dazu gehören die Kapitalgeber, die der Bilanz zu entnehmen sind, wie auch die Leasing- und Factoringgeber. Eine detaillierte Prüfung aller Finanzierungsverträge und Sicherheitenvereinbarung ist unumgänglich.

Zusammenfassung

Eine regelmäßige Überprüfung der Förderpotenziale in Ihrem Unternehmen für zu einer Reduzierung der Bilanzsumme, zur Erhöhung des absoluten Eigenkapitals und zu einer Verbesserung sowohl des operativen, wie auch des gesamten Betriebsergebnis. Damit verbessern Sie die drei maßgeblichen Finanzziele Ihres Unternehmens, die Liquidität (kurzfristig), den Gewinn (mittelfristig) und den Wert (langfristig) Ihres Unternehmens.

Damit verbessern sich auch all Ihre betriebswirtschaftlichen Kennzahlen im Unternehmen. Und nicht zu vergessen, Sie sparen bei der Analyse Ihres Unternehmens auch die Kosten ein, die Sie sowieso nicht mehr tragen wollen, da die vielen "wofür wurden diese Kosten aufgewendet" -Fragen auch Kosten entziffern, die gar nicht da sein sollten.

Diese Übersicht soll Ihnen helfen die Möglichkeiten der Förderung schnell zu erfassen. Die farbliche Unterlegung erfolgt nach Ampelfarben.

Fördermittel Wandt

Legende:

(+) = Einfach mögliche Förderung, (0) = Förderung unter Bedingungen möglich, (-) = Keine Förderung möglich

EK = Eigenkapital, Hf = Haftungsfreistellung, i.B.z. Investvol. = in Bezug zum Investitionsvolumen, KD5 = Kapitaldienst in den ersten fünf Jahren; KD10 = Kapitaldienst in den ersten zehn Jahren)

Artikel weiterempfehlen»

Kommentare

Kommentar schreiben