Transformationserfolge durch systemisches Nachfolgemanagement - Teil 1

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Nachfolgemanagement ist immer noch die Domäne von Steuerberatern und Anwälten.

Doch Hand aufs Herz: haben Sie für ihre Kinder die Auswahl des Kindergartens, der Schule oder des Studiums als lebensprägende Entscheidungen von Steuer- und Rechtsexperten beeinflussen lassen? Damals haben Sie in der Familie den Kindern nach ganz anderen Kriterien, hörend auf andere Experten, auf dem Weg ins Leben geholfen.

Wie kommt es jetzt, wo Ihr ganzes Lebenswerk auf den Transfer in die Zukunft vorbereitet werden soll, dass ausschließlich Experten für Paragraphen und Zahlen das Sagen haben sollen?

Das ist zu kurz gesprungen. Ist die Familie, die Beziehung zu den Kindern, die existenzielle Zukunft der Familiengeschichte soweit reduziert, dass es reicht, Rechts- und Steuer-KnowHow anzuwenden? Diese Reduktion führt zu Streit und Demotivation in der Nachfolge. Das Ziel der zukünftigen Unternehmenstransformation wird so meist nicht erreicht.

Vergleich des Aufwands im Nachfolgemanagement

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Die Abbildung zeigt den Vergleich des Aufwands zwischen klassischem und systemisch integralen Nachfolgemanagement. Dabei wird deutlich, dass beim klassischen Verfahren emotionale Aspekte und der Unternehmenssinn wenig Beachtung finden.

Doch die Lage ist noch viel dramatischer:

weil der von mir beschriebene Streit bei der Transformation in die Zukunft befürchtet wird, wird häufig gar nichts getan. Dabei wird regelmäßig übersehen:

  • Dass nur wenige Sprösslinge eines Wimbledonstars ebenfalls das Talent zum Tennishelden haben;
  • Dass Geschwister sich als Kinder eher im Wettbewerb und in der Auseinandersetzung geübt haben. Dabei war der Streit um Ressourcen, die Zuwendung der Eltern, an der Tagesordnung;
  • Dass 70 Lenze ein stattliches Alter für die Pension sind;
  • Dass die Erfahrung eines 70-Jährigen in Zeiten des Wandels nur in ganz wenigen Branchen (wie z.B. der Kunst und im Umgang mit Menschen) noch etwas für die Firmenzukunft taugt.
  • Dass wir mit 60 viel Erfahrung haben, aber unser Unternehmen mit uns an der Spitze meist an Wert verliert, da unser Wissen in den meisten Branchen schon nach 5 Jahren überholt ist;
  • Dass wir vom Markt und unseren Kunden täglich beobachtet werden, die uns „Alte“ schneller fallen lassen, als uns lieb ist; es sei denn unser Geschäft spielt sich in Senioren-Clubs der Deutschland AG ab.

Was also tun?

Es gibt Fachleute, die sich mit dem Verhalten von Familiensystemen auskennen. Seit 30 Jahren arbeitet die systemische Familientherapie im Umfeld von Familien und deren Entwicklung. Manchmal haben diese Experten auch noch weitere Qualifikationen als Ingenieur oder Wirtschaftsexperte. Das Verständnis komplexer, zwischenmenschlicher Systemstrukturen ist nirgendwo anders so gut erforscht wie im Fachgebiet der systemischen Familientherapie.

Wie könnte eine Unterstützung über die rechtliche und steuerliche Beratung hinaus aussehen, die integral dabei hilft, die Zukunft zu sichern? Die beschriebenen Prinzipien gelten im übertragenen Sinne für jedwede Nachfolge in Unternehmen.

Für das Nachfolgemanagement gibt es keine Standardrezepte. Systemische Herangehensweise wird durch Fragen geleitet, die die jeweiligen Betroffenen zu klären haben. Diese Fragen lesen Sie demnächst im Teil 2.

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