Neues Förderprogramm: Investitionszuschuss Wagniskapital unterstützt Business-Angel-Beteiligungen

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Im Zeitraum vom 15.05.2013 bis 31.12.2016 stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie insgesamt 150 Mio. Euro zur Finanzierung junger, innovativer Startup Unternehmen in Form eines Investitionszuschusses Wagniskapital zur Verfügung. Die Antragsabwicklung erfolgt über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Gefördert wird die Kapitalbereitstellung für junge innovative Unternehmen durch den Erwerb von Gesellschaftsanteilen. Der Investor erhält hierbei 20 % des Kaufpreises (investiertes Kapital inkl. Agio) für den Anteilserwerb zurückerstattet. Dabei handelt es sich um einen nichtrückzahlbaren Zuschuss für den Investor, wenn die Anteile für mindestens 3 Jahre gehalten werden.

Ziel des Programmes ist zum einen jungen Startups den Zugang zum Wagniskapital zu erleichtern und den Weg für neue unternehmerische Investitionen frei zu machen. Zum anderen soll das Geschäft des Wagniskapitals für den Investor interessanter gemacht werden, indem er zusätzlich zur Gewinnpartizipation an dem Unternehmen durch den Erwerb der Gesellschaftsanteile 20 % seines investierten Kapitals zurückerstattet bekommt.

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich online über die Internetseite des BAFA (www.bafa.de). Die Antragstellung hat in jedem Fall vor Abschluss des Gesellschaftsvertrages bzw. dessen Änderung zu erfolgen und muss zwingend vollständig sein. Anträge, die unvollständig sind, werden nicht bearbeitet und an den Absender zurückgesandt.

Anforderungen an das Startup

Im Rahmen des Programms Investitionszuschuss Wagniskapital werden junge, innovative Unternehmen gefördert, die zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht älter als 10 Jahre sind und sich nicht in finanziellen Schwierigkeiten befinden. Sie dürfen zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht mehr als 50 Vollzeitmitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz bzw. eine Jahresbilanzsumme von 10 Mio. Euro nicht überschreiten.

Während der Mindesthaltedauer von drei Jahren muss das Unternehmen seinen Hauptsitz in der EU haben und über mindestens eine handelsrechtlich eingetragene Zweigniederlassung oder Betriebsstätte in Deutschland verfügen. Der Tätigkeitsschwerpunkt des Unternehmens muss in einer innovativen Branche gemäß der Richtlinie liegen und es muss fortlaufend wirtschaftlich aktiv, d.h. mit Gewinnerzielungsabsicht, betrieben werden. Als innovative Branchen zählen u.a. die Herstellung von chemischen oder pharmazeutischen Erzeugnissen oder die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren genauso wie der Maschinenbau, das Verlagswesen, Werbung und Marktforschung oder sonstige Forschung und Entwicklung.

Weitere Voraussetzung für den Erhalt des Zuschusses ist das tatsächliche zur Verfügung stellen des Kapitals, d.h. es muss sich um neues, frei zur Verfügung stehendes Kapital handeln. Damit ist z.B. die Ablösung eines bereits bestehenden Kredits mit dem Investor nicht förderfähig. Das zusätzliche Kapital muss dann durch das Unternehmen innerhalb von 2 Jahren im Rahmen seiner Tätigkeit in der innovativen Branche eingesetzt werden.

Das Startup Unternehmen kann auf diesem Weg ein Wagniskapital von maximal 1 Mio. Euro pro Jahr von Investoren erhalten.

Hinweis:Kapitalsuchende Unternehmen können sich vorab per Antrag ihre Förderfähigkeit durch das BAFA bestätigen lassen und somit gezielt auf Investoren zugehen. Der Bescheid ist sechs Monate lang gültig.

Anforderungen an den Investor

Investoren können volljährige natürliche Personen mit Hauptwohnsitz in der EU oder Beteiligungsgesellschaften sein. Die Beteiligungsgesellschaft muss sich dabei im alleinigen Besitz einer natürlichen Person befinden und deren ausschließlicher Gesellschaftszweck muss auf das Eingehen und Halten von Beteiligungen gerichtet sein.

Der Anteilserwerb muss auf eigene Rechnung und von eigenem Geld erfolgen, d.h. der Investor kann seine Anteile nicht mittels Kredit finanzieren lassen. Ferner muss es sich um einen Neuinvestor handeln, also um eine Person oder Beteiligungsgesellschaft, die keine Anteile des Unternehmens hält oder für den Zeitraum zwei Jahre vor Eingehung der Beteiligung gehalten hat.

Darüber hinaus muss der Anteilserwerb wirtschaftlich motiviert sein und aufgrund eines vorgelegten Businessplans erfolgen. Wirtschaftliche Gründe sind z.B. Gewinnerzielungsabsicht durch einen späteren Verkauf der Anteile oder die Beteiligung an Dividendenausschüttungen. Hinsichtlich der Anteile muss es sich zum einen um neu ausgegebene Anteile handeln und zum anderen müssen die Anteile „gewöhnliche“ Anteile sein. Darunter sind solche Anteile zu verstehen, die gewinnabhängig vergütet werden, sodass der Investor voll am Risiko des Unternehmens beteiligt ist.

Der Investor muss dem Startup mindestens 10.000 Euro und darf maximal 250.000 Euro pro Kalenderjahr zur Verfügung stellen. Eine Vereinbarung von Meilensteinen und die Streckung der Tranchen auf maximal 15 Monate sind ebenso möglich wie die Beteiligung an mehreren Unternehmen. Bei maximaler Ausschöpfung kann der Investor damit einen Fördersumme von 50.000 Euro pro Jahr erhalten.

Fazit

Trotz des Umstandes, dass einige erhebliche Einzelfragen noch ungeklärt sind, scheint dieses vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgelegte Förderprogramm sowohl für Startups als auch für Investoren eine weitere interessante Möglichkeit zu sein.

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