Social Media – die neue Triebfeder des B2B-Bereichs

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Bis heute wird Social Media von Unternehmen häufig als „lapidarer Gedankenaustausch von Jugendlichen“ abgehakt. Gemeinhin herrscht die Meinung, dass Social Media, wenn überhaupt, nur für Unternehmen relevant ist, die im Consumer-Bereich tätig sind. Geschäftsleitung, Vertrieb und Marketing setzen ihren Haken auch deshalb so schnell, weil ein notwendiger zeitlicher Aufwand gesehen wird, der sich im Tagesgeschäft nur schwer integrieren lässt.

Dabei bietet Social Media einen wertvollen Beitrag für Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb – gerade im Geschäftskundenbereich. Und das oft kostengünstiger und mit weniger Aufwand, als über die herkömmlichen Kanäle. Häufig geht es nur darum, Inhalte, die sowieso erzeugt werden oder schon da sind, an den richtigen Stellen zu platzieren und damit einen signifikanten Mulitplikationseffekt zu erreichen.

Drastischer dargestellt: Letzten Endes kann sich ein Unternehmen dem Thema Social Media überhaupt nicht entziehen. Social Media findet statt. Denken Sie an den Kaffeeklatsch. Auch wenn Sie nicht dabei sind, wird über sie gesprochen. Es ist wichtig, proaktiv zu handeln und aus Image- und Absatzgründen die Themen gezielt zu lancieren und zu lenken.

Social Media im B2B – der schnelle und direkte Informationschannel

Wo sonst können Sie auf so günstige Art und Weise eine Interessentengruppe direkt ansprechen. eMails nehmen überhand, jeder kopiert jeden auf ellenlange Mails, Newsletter werden aufgrund der Masse gerne weggeklickt: Der Weg geht hin zu Twitter und RSS-Feeds. User können sich über diese Art der Kommunikation die Inhalte „bestellen“, an denen sie interessiert sind. Für Unternehmen ist das die Möglichkeit Dinge, die auf der Website aktualisiert wurden, Meldungen, Veranstaltungen und anderes wissenswertes optimal zu platzieren. 140 Zeichen zu schreiben – also die Länge einer SMS – ist schnell getan. Mit dieser Aktion vervielfältigen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass veröffentlichte Inhalte auch tatsächlich gelesen werden.

Mit einem RSS-Feed (Really Simple Syndication) kann sich der User gewünschte Meldungen direkt auf seinen Computer “bestellen”. Das heißt, News werden zum Beispiel so gefiltert, dass nur gewünschte Inhalte beim Besteller des RSS-Feeds ankommen. Diese Möglichkeit ist simpel – eine einfache technologische Integration in Ihrer Website reicht aus und schon profitieren der Anwender und Sie selbst: RSS-Feeds werden von Google als wichtig gewertet und erzeugen damit einen positiven Effekt auf das Ranking.

Social Media im B2B – Kunden zu Beteiligten machen

Kunden nach Ihrer Meinung zu fragen war früher oft langwierig und teuer. Heute können Sie über Social Media schnell, zeitnah und direkt die Meinung Ihrer Kunden einholen. Darüber hinaus: Kunden und Zielgruppen sprechen über Wünsche, Anforderungen und Schwächen von Produkten in den Netzwerken. Nutzen Sie dies aktiv: Denken Sie laut nach, schreiben Sie über Aufgabenstellungen und holen Sie sich so ganz konkrete Anregungen. Als Plattformen eigenen sich hierfür besonders die Gruppen bei LinkedIn und Xing. Beteiligen Sie sich entweder in bestehenden Gruppen oder – wenn es sich um ein spezielles Thema handelt – gründen Sie eine neue Gruppe.

Aber auch über verschiedenste Foren, die für Ihre Zielgruppen relevant sind, Facebook und Twitter können Sie in den Dialog mit Ihrer Zielgruppe kommen. Facebook lässt sich mit wenig Aufwand ähnlich gliedern wie eine kleine Website. Ob Diskussionsforum oder Bildershow, die Möglichkeiten sind vielfältig. Es gibt Beispiele aus dem Business to Business Bereich, die mehr als 10.000 Fans haben. Das heißt, über 10.000 Personen empfangen gewünscht Nachrichten, beteiligen sich an Diskussionen und verfolgen den Input in verschiedenen Bereichen. 10.000 Personen, die Sie konkret ansprechen können. Aber auch wenn es viel weniger sind: Hier zählt nicht die Quantität sondern die Qualität der Kontakte.

Social Media im B2B – auf dem Weg zu qualifiziertem Personal

In Zeiten von Arbeitslosigkeit und Harz 4 ist es trotzdem für die meisten Unternehmen extrem schwierig, geeignetes und qualifiziertes Personal zu finden. Die Investition in die herkömmlichen Methoden (Stellenanzeigen offline/online) werden mehr und mehr über Social Media aufgeweicht. Stellensuchende informieren sich über das Web im Bezug auf freie Stellen (Xing, Facebook, StudiVZ, etc.). Weit stärker ansteigend ist aber die Information der Bewerber über die Unternehmen. So wird schnell transparent, welche Arbeitgeber attraktiv sind und wo man sich lieber nicht bewerben sollte. Plattformen wie kununu bieten die Möglichkeit einer Bewertung von Arbeitgebern – mit ständig steigenden Userzahlen und Einträgen. Zwar können Sie die Entwicklung auf solchen Plattformen nur indirekt beeinflussen. Eine aktive Betreuung, eine positive und moderne Darstellung und die eigene Einpflege von relevanten Informationen schützen Sie vor einem falschen Bild.

Social Media im B2B – verankern Sie Ziele und Richtlinien in Ihrem Unternehmen

Spätestens wenn Sie sich für Aktivitäten im Social Media Bereich entschieden haben, muss die Vorgehensweise, die Zielsetzung und die Einbindung der Mitarbeiter nachhaltig verankert werden. Im Rahmen von Social Media Guidelines müssen zum Beispiel Verschwiegenheitsklauseln in Verträgen überdacht und die „DO‘s and DON‘ts“ klar kommuniziert sein. Auch hier gilt wieder: Seien Sie aktiv. Viele Ihrer Mitarbeiter sind schon heute im Social Web unterwegs. Sie kommunizieren sowieso – sorgen Sie für eine richtige Kanalisierung.

Wichtig ist, die Mitarbeiter in die Umsetzung einzubeziehen. Social Media heißt nicht, dass ein Einzelner kommuniziert. Vielmehr müssen ALLE Aufgaben übernehmen, Kontakte pflegen und in den relevanten Plattformen aktiv werden. Wer, wo, wie, was und in welchem Umfang müssen Sie definieren und dafür sorgen, dass es sich um einen regelmäßigen und langfristigen Prozess handelt. In diesem Vorgehen liegt zugleich der Vorteil: Social Media lässt sich auf den Schultern vieler verteilen und ist damit einfach integrierbar.

Eines ist klar: Social Media wird nicht wieder von den Screens verschwinden. Plattformen verändern sich, neue kommen hinzu und andere werden verschmolzen werden. Was bleibt ist, dass die User im Bereich Social Media die Inhalte eines Mediums selbst gestalten. Diese Selbstbestimmung und Mitwirkung wird sich – nicht zuletzt auf Basis von technischen Neuerungen und Anwendergewohnheiten – eher steigern als zurücknehmen. Wichtig ist für Unternehmen eine gute Strategie, die die spezifischen Anforderungen und Möglichkeiten berücksichtigt.

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