SOCIAL MEDIA - Unternehmer müssen umdenken, Teil 1

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Noch vor 20 Jahre reichte es aus, wenn man als Unternehmen seine Produkte herstellte, bewarb, in den Handel brachte und an die Konsumenten (heute: User) verkaufte. Schon 10 Jahre später musste man eine Internetseite haben, um „en-vogue“ zu sein. Im Jahr 2003 reichte aber auch das nicht mehr aus, man musste sich bei „Friendster“ engagieren. 2006 rollten Podcasts auf die Unternehmen (und die überforderten User) zu, 2007 brauchte man einen virtuellen Laden im „Second Life“. 2008 musste man in Facebook und MySpace vertreten sein, 2009 war der Twitter-Account verpflichtend. Heute muss man bei Fourthsquare gelistet sein und über mindestens eine iPhone Applikation verfügen.

Durch die verschiedenen Kommunikationskanäle des Internets ist die Interaktion miteinander dichter und menschlicher – mit einem Wort: sozialer geworden. Doch was macht das Buzzword der Branche, Social Media, das derzeit von praktisch jedem Berater der Kommunikationsbranche – oft genug arglos und unwissend – in den Mund genommen wird, nun aus?

Social Media: Ein Begriff – viele Definitionen

Überraschenderweise könnte das Definitions-Angebot für die Begrifflichkeit Social Media kaum größer ausfallen: Laut Wikipedia ist der Begriff wie folgt definiert: „Social Media (auch Soziale Medien) ist ein Schlagwort, unter dem Soziale Netzwerke und Netzgemeinschaften verstanden werden, die als Plattformen zum gegenseitigen Austausch von Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen dienen.“

Mike Schnoor, Unternehmenssprecher der Videosharing-Community Sevenload findet: „Social Media ist das Synonym für den Drang zur digitalen Selbstinszenierung unserer Zeit in einem konvergierenden Supermedium“. Stace DeBroff, CEO von Mom Central ist der Ansicht: „Social media offers new opportunities to activate brand enthusiasm.” – David Alston, Leiter Marketing und Community bei Radian6 glaubt sogar: „Social media is not a media. The key is to listen, engage, and build relationships.“

Und PR-Blogger Klaus Eck präzisiert: „Social Media steht für die notwendige Rückbesinnung auf den Menschen mit all seinen Kommunikationsbedürfnissen und damit gleichermaßen für den Abschied von der kalten, eindimensionalen Website.“

Und während dieser Satz geschrieben wird, hat sich das Social Media Netzwerk schon wieder drastisch weiter entwickelt:

Noch ein paar Zahlen zum Thema:

126 million – The number of blogs on the Internet (as tracked by BlogPulse).

84% – Percent of social network sites with more women than men.

27.3 million – Number of tweets on Twitter per day (November, 2009)

57% – Percentage of Twitter’s user base located in the United States.

4.25 million – People following @aplusk (Ashton Kutcher, Twitter’s most followed user).

350 million – People on Facebook.

50% – Percentage of Facebook users that log in every day.

500,000 – The number of active Facebook applications.

Social Media – die Zukunft

Aber nicht nur die Begrifflichkeit und Definition ist schwierig, auch die Erfassung der Inhalte und Trends stellt nicht nur Berater vor große Herausforderungen – denn die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Soziale Netzwerke werden in der Zukunft des Internets einen immer höheren Stellenwert einnehmen. Internetnutzer werden eine Online-Identität besitzen, die sie dank intelligenter Software automatisch von Netzwerk zu Netzwerk mitnehmen. Es wird globale Netzwerke geben, denen ähnlich „tickende“ Mitglieder angehören, ohne dass diese notwendig im selben Netzwerk agieren.

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Die Social Media Landscape zeigt den Zusammenhang zwischen den verschiedenen sozialen Strömungen und den zugehörigen Online-Portalen, die diese Strömungen unterstützen.

Die soziale Erfahrung im heutigen Internet kann als unzusammenhängend bezeichnet werden. Die verschiedenen Netzwerke existieren nebeneinander – ohne jeglichen Bezug zueinander. Die Nutzer haben häufig getrennte Identitäten – in jedem sozialen Netzwerk andere Freunde, Favoriten und Präferenzen. In Zukunft wird sich das grundsätzlich ändern – schon aus der Bequemlichkeit der User heraus. Identitäten in unterschiedlichen Netzwerken werden zu einer einzigen „mobilen“ Identität verschmelzen. Einfache und permanent verfügbare Technologien werden es ermöglichen, dass Verbraucher ihre digitale Identität mit sich nehmen und ständig bei sich haben können. Das ganze Internet wird zu einem tragenden Bestandteil des täglichen Lebens und wandelt sich somit von separaten sozialen Seiten hin zu einer geteilten sozialen Erfahrung.

Der bisherigen Ära des funktional orientierten Internets („Arbeitsmittel Internet“) wird eine „Ära der sozialen Kolonisation“ folgen. Heute schon verfügbare Tools wie OpenID werden es möglich machen, von Netzwerk zu Netzwerk zu hüpfen und dort Inseln der Glückseligkeit zu bilden, auf die man reale und virtuelle Freunde einladen kann. Und entscheidend wird hier nun sein, ob es gelingt, die eigene digitale Identität mitzunehmen – also seine Freunde, Favoriten etc. Beim Besuch des Internets ist der Nutzer künftig nicht mehr allein. Er surft mit seinen Freunden in Echtzeit und sieht, was sie gerade machen. Google Wave oder aber auch Entwicklungen aus dem Soical Commerce (Edelight, Smatch oder Dawanda) sind bereits existierende Beispiele für diesen Trend.

Vor allem das Mobile Internet gewinnt durch neue Hard- und Software und Marktvorstöße wie iPhone oder iPad an stark wachsender Bedeutung und macht damit die Anwender „unabhängig“ von Zeit und Ort.

70 Prozent der Unternehmen in den USA haben das Surfen auf Social-Media-Seiten während der Arbeitszeit verboten, hieß es kürzlich auf dem Harvard-Business-Blog. Arbeitnehmer können ihre Social-Media-Abhängigkeit (wie vor Jahren noch der SMS-Daumen) schon bald daher nur noch mit ihren Smartphones befriedigen. Aus der Zigarettenpause wird in der Zukunft eine Social-Media-Pause.

 

An der Erstellung dieses Beitrages wirkte neben Herrn Dr. Frank auch Jörn Steinhauer mit.

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