Sale-and-Lease-back: Liquiditätsspritze für die Finanzen!

Sale and Lease back

Leihen ist oft sinnvoller als Eigentümer zu sein.

Auch wenn es auf den ersten Blick verwunderlich klingen mag, wenn ein Unternehmen seine Immobilien, Maschinen, oder gar Patente und Marken verkauft, um sie anschließend wieder zurück zu leasen - Sale-and-Lease-back hat seinen Charme: Blitzschnell wird durch den Verkauf der Gegenstände zum aktuellen Marktwert Liquidität freigesetzt - was wiederum zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Daher erfreut sich das relativ neue und innovative Finanzierungsinstrument stark zunehmender Beliebtheit.

Ablauf

Nachdem das Unternehmen die Wirtschaftsgüter zum aktuellen Verkehrswert an eine Leasing-Gesellschaft verkauft hat, mietet oder least es diese wieder zurück. Beim Kaufvertrag handelt es sich aus Gewährleistungsgründen immer um einen Sale-and-lease-back-Vertrag. Der Leasingvertrag ist praktisch ein Nutzungsüberlassungsvertrag, der Finanzierungsvolumen, Vertragslaufzeit sowie Nutzungsentgelt regelt. Eine Rahmenurkunde verknüpft Sale-and-Lease-back- und Leasingvertrag. Durch den Verkauf kommt es zur Freisetzung von bisher gebundenem Kapital. Nach Ablauf der vereinbarten Leasingzeit kann der Leasingnehmer entscheiden, ob er das Leasinggut zurückgeben, kaufen oder den Leasingvertrag verlängern möchte.

Anwendungsmöglichkeiten

Besonders interessant ist Sale-and-Lease-back von Grundstücken. Hat ein Unternehmer beispielsweise sein Grundstück vor langer Zeit günstig erworben, realisiert er durch den Verkauf den aktuellen Verkehrswert und aktiviert stille Reserven; bis dahin durfte das Grundstück nur mit dem ursprünglichen Kaufpreis in der Bilanz aufgeführt werden. Nicht zu vergessen ist aber, dass diese Reserven durch die Wertrealisierung ein für allemal verbraucht sind. Mögliche Liquiditätsengpässe in der Zukunft müssen dann anderweitig abgefedert werden. Neben Grundstücken wird Sale-and-Lease-back auch bei Produktionsanlagen oder IT-Systemen standardmäßig eingesetzt. Sale-and-Lease-back bietet sich außerdem bei immateriellen Vermögenswerten an - insbesondere bei selbstgeschaffenen Patenten, Marken und Software. Patente und Software können aktuell in der Bilanz höchstens mit den Entwicklungskosten angesetzt werden, Marken sind gar nicht aktivierungsfähig - wodurch teilweise immense Werte im Verborgenen bleiben. Durch Sale-and-Lease-back wird der aktuelle Marktwert realisiert. Am besten eignen sich für Sale-and-Lease-back folgende immaterielle Vermögenswerte: Patente, Marken, Urheberrechte, Gebrauchs- und Geschmacksmuster.

Vorteile

Die Vorteile von Sale-and-Lease-back können sich sehen lassen: schnelle Freisetzung großer Summen an fest gebundenem Kapital, Umgehung einer Erhöhung der Fremdkapitalquote, Möglichkeit der Hebung stiller Reserven, neue Sicherheiten für die Banken, Schonung der Kreditlinie, Möglichkeit der Aufnahme weiteren Fremdkapitals, Steuervorteile und die Verbesserung der Eigenkapitalrendite. Zudem entsteht Spielraum für neue Investitionen oder Akquisitionen. Aber auch die Intransparenz der Außenwirkung und die weitere weitere Nutzungsmöglichkeit des verkauften Gegenstandes schätzen viele Unternehmer. Nicht zu vergessen sind allerdings die monatlich zu schulternden Leasingkosten. Diese müssen künftig berücksichtigt werden.

Ob Sale-and-Lease-back Sinn macht, muss letztlich immer in Anbetracht aller Umstände für jeden Einzelfall entschieden werden. Dabei müssen mitunter folgende Bereiche beleuchtet werden: Immobilienrecht, Steuerrecht, Gesellschaftrecht, Wirtschaftsprüfung und Technik. Da es sich dabei um ein sehr komplexes Unterfangen handelt, holen sich Unternehmen hier regelmäßig fachkundige Beratung.

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