Drum streue, wer sich ewig bindet!

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Alle Jahre wieder befinden sich Deutschlands Selbstständige in derselben Situation. Je nachdem wie gut das ablaufende Geschäftsjahr lief, wird ein entsprechend großer Betrag in den bestehenden Rürup-Vertrag eingezahlt, um etwas für die Altersvorsorge zurückzulegen und zeitgleich die Steuerlast zu verringern. Dieses Vorgehen ist für viele Selbstständige bewährte Praxis und kluge Entscheidung zugleich. Doch ist es auch klug, Jahr für Jahr ein und demselben Versicherer dieses Geld anzuvertrauen? So sind nämlich leicht mehrere hunderttausend Euro vom Erfolg und der wirtschaftlichen Stabilität einer einzelnen Gesellschaft abhängig. Welcher Kapitalanleger würde hingegen sein gesamtes Geld in die Aktien nur eines Unternehmens stecken? So gut wie jeder Anleger würde sagen, dass er selbstverständlich sein Geld über mehrere Unternehmen streue, um so das Risiko zu senken. Dieses Vorgehen könnte auch für Rürup-Anleger interessant sein. Denn in Zeiten einer Finanz- oder Eurokrise kann weder der Erfolg eines Versicherungsproduktes, noch die Stabilität eines einzelnen Versicherers garantiert werden. Versicherungskunden sollten sich also unabhängigen Rat einholen und die Aufnahme eines zweiten Rürup-Vertrages in das Altersvorsorgeportfolio prüfen.

Ein neuer oder weiterer Rürup-Vertrag könnte auch aus anderen Gründen ratsam sein. Denn Qualitätsmängel des alten Vertrages können im Rentenalter zu einem viele tausend Euro teuren Missverständnis werden. Auf folgende drei Punkte sollten Rürup-Kunden u.a. achten:

1.      
Fast jedes Jahr ändert sich etwas im deutschen Rechts- und Steuersystem.  Einmal wird der Garantiezins gesenkt, ein anderes Mal die Gleichbehandlung von Mann und Frau in der Versicherungswirtschaft beschlossen. Üblicherweise bringt dies Verschlechterungen für den Sparer mit sich. Betroffen sind hiervon auch all jene Verträge, die bei einem von vielen Versicherern laufen, welche für jährliche Zuzahlungen (bspw. von Selbständigen am Jahresende) nicht die ursprünglichen Rechtsgrundlagen anwenden, sondern die dann aktuellen und somit ab 2013 schlechteren. Es ist also äußerst lukrativ, einen Anbieter zu finden, welcher es Selbständigen ermöglicht, die jährlichen Zuzahlungen mit den Leistungspunkten zu leisten, welche zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses galten.

2.      
Rürup-Anbieter sind verpflichtet, einen sogenannten Rentengarantiefaktor auszuweisen. Je 10.000 Euro Guthaben zum Renteneintritt wird dann eine lebenslange Rente in Höhe des Rentengarantiefaktors ausgezahlt. Viele Versicherer machen dem Namen „Garantiefaktor“ jedoch wenig Ehre. In ihren Bedingungen führen Sie Treuhänderklauseln auf, welche es Ihnen ermöglichen, den „Garantiefaktor“ aufzuweichen und denselben abzusenken. Diese Versicherer wollen die Rentenhöhe der Kunden nämlich danach bemessen, wie alt die Deutschen in X Jahren werden, wenn Sie in Rente gehen. Nachdem die Lebenserwartung der Menschen erfahrungsgemäß steigt, kann das laut mehreren Experten bedeuten, dass die erwarteten Renten um bis zu 50% niedriger ausfallen. Ich persönlich möchte da lieber etwas kalkulierbares, bei dem ich heute weiß was ich später zu erwarten habe.

3.
Die Finanzkrise von 2008 hat einige Gesellschaften der Banken- und Versicherungsbranche ordentlich durcheinander gewirbelt. Auch die Griechenlandkrise und die damit verbundenen Milliardenabschreibungen deutscher Banken und Versicherungen stellen die Institute immer wieder auf die Probe. Da sollte es eigentlich selbstverständlich sein, bei der Auswahl des passenden Rürup-Anbieters auf eine stabile Versicherungsgesellschaft zu achten, welche erstklassige Finanzkennzahlen vorweisen kann. Denn bei einem langfristigen Sparvertrag mit anschließender Rentenzahlung wie dem Rürup sollte man sich möglichst sicher sein, dass der Versicherer bis an das eigene Lebensende solide und gesund dasteht.

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