Pensionszusage mit intelligenter Finanzierung auslagern

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in vielen Unternehmen wurden in der Vergangenheit Pensionszusagen eingerichtet, die heute bereits nicht mehr finanzierbar sind. In den meisten Fällen wurde für den GmbH-Geschäftsführer eine lebenslange Altersrente zugesagt, für die die GmbH bei Eintritt in das Rentenalter in der Zahlungsverpflichtung steht.

Um die Finanzierbarkeit sicherzustellen, wurden oftmals Versicherungsverträge auf das Leben des Geschäftsführers abgeschlossen. Bereits seit Jahren zeigen sich deutlich die Schwachstellen dieses Konstrukts: zum einen ist die Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten angestiegen, was einen höheren Finanzierungsbedarf mit sich bringt; zum anderen ist die Verzinsung in den hinterlegten Versicherungsverträgen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen, so dass der GmbH bei Eintritt ins Rentenalter des Geschäftsführers weniger Kapital als ursprünglich berechnet zur Verfügung steht.

Das BilMoG und seine Folgen für die Pensionszusage:

Durch das seit 2010 in Kraft getretene Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ist noch eine weitere Hürde hinzugekommen: Unternehmen müssen die bestehende Pensionsverpflichtung seit 2010 mit dem tatsächlich benötigten und nicht mehr mit dem in der Steuerbilanz angesetzten Betrag in der Handelsbilanz ausweisen. Der tatsächlich benötigte Betrag liegt jedoch deutlich höher, weil hier zahlreiche Faktoren zusätzlich berücksichtigt werden müssen. So muss beispielsweise beim Kapitalbedarf ein realistischer Zinssatz hinterlegt werden (und nicht mehr wie bisher der Zinssatz aus der Steuerbilanz). Besonders bei gehaltsabhängigen Zusagen werden die Folgen deutlich: Hier müssen sogar Gehaltssteigerungen berücksichtigt werden, was ebenfalls zu einem erhöhten Kapitalbedarf bei Renteneintritt führt. Für die Bilanzoptik hat dies fatale Folgen: Die Verpflichtungen für die Altersvorsorge des Geschäftsführers steigen in der Handelsbilanz drastisch an, die bestehenden Rückdeckungsversicherungen erreichen jedoch nicht mehr ansatzweise das benötigte Kapitalvolumen. Da die Handelsbilanz auch Grundlage für Bankgespräche ist, kann sich dies bis auf die Kreditfähigkeit der GmbH auswirken: Die Kreditinstitute müssen umso mehr Eigenkapital vorhalten, je höher das Risiko des Kreditnehmers ist. Deshalb sind besonders mittelständische Unternehmen, die sich größtenteils über Kredite finanzieren, von der Thematik betroffen. Sie müssen mit einer Weitergabe der Kreditkosten rechnen, was sich in einem höheren Kreditzins auswirken kann.

Die Lösung: Auslagerung der Pensionsverpflichtung

Immer mehr Unternehmen streben deshalb danach, bestehende Pensionsverpflichtungen aus dem Unternehmen auszulagern. Damit erlischt die Pensionsverpflichtung aus der Bilanz und wird auf einen externen Versorgungsträger übertragen. Die Ausfinanzierung erfolgt durch einen einmaligen Kapitalbetrag sowie durch laufende Zahlungen bis zum Rentenalter. Der Kapitalbetrag sowie die laufenden Zahlungen sind als Betriebsausgabe abzugsfähig, die Pensionsverpflichtung erscheint nicht mehr in der Bilanz und der Geschäftsführer bekommt trotzdem seine ursprünglich zugesagte Rente in ungekürzter Höhe.

Besser: Auslagern und trotzdem liquide bleiben

Viele Unternehmen besitzen jedoch nicht die notwendige Liquidität, um die Pensionsverpflichtung in einer Summe auszulagern. Um Bankkredite nicht unnötig in Anspruch zu nehmen und gleichzeitig liquide zu bleiben, ist es ratsam, sich in diesem Fall alternativen Finanzierungsformen zu bedienen. Als liquiditätsschonende Lösung bietet sich dafür ein sale-and-lease-back-Konzept an. Sale-and-lease-back aktiviert stille Reserven im Anlagevermögen: Es handelt sich um eine Leasinglösung. Diese wirkt auf der Aktivseite der Bilanz: In Immobilien oder Maschinen gebundenes Eigenkapital lässt sich so leicht aktivieren. Das Unternehmen verkauft das gebrauchte, mobile Anlagevermögen und erhält dafür sofort den Kaufpreis ausgezahlt (Liquidität). Direkt im Anschluss least es die Maschinen oder Anlagen zurück.

Besonders für das produzierende Gewerbe stellt diese Alternative eine intelligente Möglichkeit zur Liquiditätssteigerung dar. Denn Sale-and-lease-back ermöglicht eine Liquiditäts- und Ertragsbeschaffung aus der Substanz des Unternehmens. So kann das Kapital zur Auslagerung der Pensionsverpflichtung aufgebracht werden, ohne die Fremdkapitalquote zu erhöhen. Oft lassen sich zudem auch erhebliche stille Reserven aus Wertsteigerungen aufdecken. Möglich ist dabei die Liquiditätsbeschaffung aus materiellen Wirtschaftsgütern (Maschinen, Anlagen, etc.) sowie sogar aus immateriellen Wirtschaftsgütern (Marken, Patente, Lizenzen).

Sale-and-lease-back bringt auch Steuervorteile mit sich. Denn die Leasingkosten können zum Teil als betriebliche Aufwendungen steuerlich geltend gemacht werden, was beim Tilgen von Krediten nicht der Fall ist. So mindert die monatlich zu zahlende Leasinggebühr anteilig den Gewinn und die zu zahlenden Steuern.

Damit hat das Finanzierungsinstrument Analogien zu einem Tilgungsdarlehen, bringt aber dem Unternehmen eine Reihe zusätzlicher Vorteile. Die bei Darlehen nötigen Sicherheiten bleiben unangetastet, die Bilanzsumme niedrig und die Bonität erhalten. Außerdem sind die Leasingraten wiederkehrende Zahlungen und damit für Unternehmer eine sichere Grundlage für die Finanzplanung.

Fazit:

Durch die Auslagerung der Pensionsverpflichtung erreicht das Unternehmen über die beschriebenen Vorteile hinaus ein höheres Maß an Insolvenzschutz der Altersvorsorge sowie die Sicherheit, die Altersvorsorge mit garantierten Werten für die Zukunft geregelt zu haben. Besonders im Fall der Übertragung der GmbH auf die Folgegeneration oder beim Unternehmensverkauf erhält der GmbH-Chef das gute Gefühl, seine Rente sicher zu haben und gleichzeitig die Folgegeneration nicht zu belasten – für die gesamte Rentenzeit. Dies beschert ihm einen deutlich höheren Verkaufspreis der GmbH – oder der nächsten Generation einen unbeschwerten Start in die erfolgreiche Weiterführung des Familienunternehmens.

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