Pensionszusage liquiditätsschonend auslagern - Eigenkapital stärken

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Pensionszusagen sind eine beliebte und weit verbreitete Altersversorge für den Geschäftsführer. Die tägliche Praxis in einer Wirtschaftskanzlei zeigt, dass eine Großzahl der Pensionszusagen unterfinanziert sind. Die für den Geschäftsführer zugesagte lebenslange Altersrente ist gefährdet und führt zu einer Belastung für das Unternehmen. Jedoch, was einmal zugesagt wurde, lässt sich nach Jahrzehnten nicht zurücknehmen.

Meist wurden als Rückdeckung der Pensionsverpflichtung Lebens- bzw. Rentenversicherungsverträge abgeschlossen. Doch genau diese Lösung weißt in einer Vielzahl an Fällen große Schwachstellen und Defizite auf. Einerseits ist die Verzinsung bei den hinterlegten Versicherungsverträgen von Jahr zu Jahr deutlich zurückgegangen und parallel ist die Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Beide Entwicklungen führen zu einem wesentlich höheren Finanzierungsbedarf, und seit Einführung des BilMoG wirken die negativen Folgen besonders auf die Handelsbilanz aus. Ab dem Jahr 2010 müssen bestehende Pensionsverpflichtung mit dem real benötigten Kapitalbedarf in der Bilanz ausgewiesen werden und nicht wie in der Vergangenheit mit dem wesentlich geringeren § 6a Steuerwert.

Für die Handelsbilanz hat dies fatale Folgen. Durch BilMoG erhöhen sich die Rückstellungen in der Handelsbilanz um 20 - 50% je nach Zusage. Drastische Verringerung der Eigenkapitalquote bis hin zu negativen Eigenkapitalquoten sind die Folge.

In der Praxis wirken sich die erhöhten und meist ungedeckten Rückstellungen in der Handelsbilanz negativ auf die Kreditfähigkeit der GmbH/AG aus. Kreditinstitute müssen auf Grund Basel II umso mehr Eigenkapital vorhalten, je höher das Risiko des Kreditnehmers ist. Deshalb sind besonders mittelständische Unternehmen, die sich über Kredite finanzieren, von der Thematik besonders betroffen. Höheres Risiko geht einher mit höheren Kreditzinsen. In manchen Fällen ist eine Kreditvergabe gar nicht mehr möglich.

Wie gegensteuern und welche Lösungen gibt es?

Eine davon ist die Auslagerung der Pensionsverpflichtung. Damit wird die Bilanz von der Pensionsverpflichtung befreit und auf einen externen Versorgungsträger übertragen. Die Ausfinanzierung erfolgt durch einen einmaligen Kapitalbetrag, -in einigen Fällen ist es möglich in bis zu fünf Teilbeträgen das fehlende Kapital aufzubringen-, sowie durch laufende Zahlungen bis zum Rentenalter. Das aufgewendete Kapital sowie die laufenden Zahlungen sind als Betriebsausgabe voll abzugsfähig.

Oft stellt man aber fest, dass den Unternehmen die notwendige Liquidität fehlt, um Pensionsverpflichtungen auszulagern. Darlehen und Bankkredite sind in den meisten Fällen nicht zielführend und zudem schränken sie die Liquidität des Unternehmens unnötig ein.

Eine seit Jahren bewährte Lösung in solchen Fällen bietet das sale an lease back Konzept. Dabei, werden stille Reserven aus dem Anlagevormögen aktiviert. Das auf der Aktivseite der Bilanz Gebunde Eigenkapital wie z.B. Immobilien, Anlagen oder Maschinen werden an eine Leasinggesellschaft verkauft. Das Unternehmen erhält dafür sofort den vereinbarten Kaufpreis. Im Gegenzug least das Unternehmen seine Maschinen oder Anlagen zurück.

Speziell für das produzierende Gewerbe stellt diese Alternative eine geschickte Möglichkeit zur Liquiditätssteigerung dar. Sale and lease back bietet eine Liquiditäts- und Ertragsbeschaffung aus der Substanz des Unternehmens. Sogar immaterielle Wirtschaftsgüter wie Patente, Lizenzen und Marken sind für das sale and lease back Konzept geeignet. Das notwendige Kapital zur Auslagerung der Pensionsverpflichtung kann ohne die Fremdkapitalquote zu erhöhen, Liquiditätsschonend aufgebracht werden.

Ein weiterer besonderen Vorteil des sale and lease back Konzepts ist: Die entstehenden Leasingkosten sind betriebliche Aufwendungen und können daher steuerlich geltend gemacht werden. So mindert die monatliche Leasinggebühr den Gewinn und senkt die Steuerlast des Unternehmens.

Eine Auslagerung der Pensionsverpflichtung bietet nicht nur die erwähnten Vorzüge, sondern darüber hinaus erleichtert einen eventuellen Verkauf des Unternehmens, denn kein Käufer möchte Jahrzehnte lange Pensionsverpflichtungen eingehen.

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