M&A von innovativen Unternehmen - Der Zeitpunkt zum Verkaufen ist jetzt!

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Die deutsche Wirtschaft blickt im zweiten Quartal auf düstere Aussichten. Eurokrise, Turbulenzen auf den Kapitalmärkten und globale Rezessionsängste haben die Stimmung deutscher Unternehmer merklich verschlechtert. Dabei ist die Stimmung schlechter als die wirkliche wirtschaftliche Situation. Insbesondere im ersten Halbjahr 2011 konnten deutsche Unternehmen ihr Gewinne und Umsätze deutlich steigern. Ferner sind die Auftragsbücher der Unternehmen weiterhin gut gefüllt.

Auch wenn Unternehmen aus Schwellenländern, wie China, Indien und Brasilien verstärkt auf den Weltmarkt drängen, konnten deutsche Unternehmen durch Investitionen in Forschung und Entwicklung die globale Technologieführerschaft behaupten bzw. erweitern. Insbesondere in der Automobil- und Zulieferindustrie, dem Anlagen- und Maschinenbau, der chemischen Industrie sowie im Bereich der erneuerbaren Energien haben deutsche Unternehmen Top-Positionen inne.

Dies zeigt sich auch im Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A). Gerade bei innovativen Unternehmen lässt sich eine deutliche Nachfragesteigerung erkennen. Der Anstieg dieser Nachfrage hat mehrere Gründe. Zum einen sind seit ein paar Monaten wieder verstärkt auch strategische Käufer auf den Märkten aktiv. Zum anderen zeigen Finanzinvestoren verstärktes Interesse an innovativen Zielunternehmen.

Strategische Käufer hatten in 2010 noch nicht die nötige Liquidität, um externes Wachstum durch Übernahmen zu finanzieren. Durch die guten Ergebnisse im ersten Halbjahr 2011 sind die „Kriegskassen“ der Unternehmen wieder gut gefüllt und stehen für Übernahmen zur Verfügung. Dabei sind vor allem innovative Firmen attraktiv, da diese neben den klassischen Synergien in Produktion und Administration zusätzliche Technologievorteile versprechen. Unternehmen können durch extern erworbenes Know-How nicht nur die eigene Produktivität in den Herstellungsverfahren steigern, sondern auch den eigenen Produkten durch neue Techniken und Verfahren entscheidende Wettbewerbsvorteile verleihen.

Als strategische Investoren mit Fokus auf innovative Unternehmen treten seit einiger Zeit vor allem asiatische Großkonzerne auf. Durch den Erwerb modernster deutscher Technologien versuchen diese, den Wettbewerbsvorteil gegenüber westeuropäischen Unternehmen zu minimieren. Dabei lassen insbesondere Unternehmen aus China und den Tigerstaaten (Südkorea, Taiwan und Singapur) sich solche Übernahmen einiges kosten. Für deutsche Unternehmer, welche derzeit über einen Verkauf nachdenken, ergibt sich daher jetzt die Möglichkeit, überdurchschnittliche Kaufpreise zu erzielen. Dabei eröffnen sich deutschen Unternehmen durch eine Übernahme durch ein ausländisches Unternehmen komplett neue Möglichkeiten. Insbesondere der Zugang zum Kernmarkt des Käufers verspricht enormes Vertriebs-Potential. Weltweit wird davon ausgegangen, das asiatische Unternehmen in ein paar Jahren den westlichen Technologievorsprung deutlich reduziert haben werden. Dann werden auch die aktuell überdurchschnittlich hohen Kaufpreise für innovative Unternehmen der Vergangenheit angehören.

Finanzinvestoren, als zweite Käufergruppe, sind seit dem zweiten Quartal 2011 wesentlich aktiver auf dem M&A-Markt. Da im ersten Quartal 2011 wenig attraktive Übernahmekandidaten auf den M&A-Markt kamen, ist die Nachfrage von Finanzinvestoren nach innovativen Unternehmen weiter gestiegen. Insbesondere kleinere Unternehmen, welche mit ihren Hausbanken Schwierigkeiten in Bezug auf Wachstumsfinanzierungen haben, können durch den Verkauf von Gesellschaftsanteilen an Finanzinvestoren eine schnellere Expansion avisieren. Neben den klassischen deutschen Finanzinvestoren treten auch vermehrt ausländische Finanzinvestoren auf dem deutschen Markt in Erscheinung. Im Zuge der Turbulenzen an den Kapitalmärkten legen Eigenkapitalgeber verstärkten Fokus auf stabile Cashflows und gesunde Unternehmensstrukturen und scheuen das Risiko von Restrukturierungsfällen. Daher sind auch Finanzinvestoren bereit ein gewisses Premium auf den Kaufpreis zu zahlen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass innovative Unternehmen sich zurzeit auf einem Verkäufermarkt bewegen, da es für diese Unternehmen eine größere Nachfrage als Angebote gibt. Die Chance des Gesellschafters besteht nun, durch diese hohe Nachfrage ein höheres Premium beim Verkauf von Anteilen zu erzielen. Durch einen professionell organisierten Bieterprozess lässt sich so der maximale Erlös für den Verkäufer erzielen.

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