Sale & Lease Back des Maschinenparks als Finanzierungsbaustein bei Übernahmen oder Beteiligungen

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Die Idee
Bei der Übernahme bonitätsschwacher Unternehmen oder von Unternehmen aus der Insolvenz ist es regelmäßig schwer, einen Bankpartner für die Akquisitionsfinanzierung zu finden. Da Banken meist nicht über die Expertise in der Bewertung und Finanzierung von beweglichem Anlagevermögen in Form von gebrauchten Maschinen und Anlagen verfügen, wird ausschließlich auf die Bonität des zu übernehmenden Unternehmens geachtet oder die Finanzierung auf den Übernehmer abgestellt. In solchen Fällen kann eine bonitätsunabhängige Sale & Lease Back-Finanzierung in Bezug auf den gebrauchten Maschinenpark des zu übernehmenden Unternehmens die Lösung sein. Insbesondere Beteiligungsgesellschaften, die Restrukturierungsfälle im Fokus ihrer Akquise haben, bedienen sich zunehmend häufiger dieser Option, da der zu erzielende Leverage im Rahmen einer Übernahmefinanzierung durch die Hausbank gegen Null geht. Aber auch unabhängig von einer Bankfinanzierung stellt Sale & Lease Back einen interessanten Finanzierungsbaustein für einen Investor dar, da dessen EK-Zielrendite regelmäßig über dem liegen wird, was ihn die Sale & Lease Back Finanzierung kostet.

Der Ablauf
Zuerst erfolgt eine vorläufige Bewertung des kompletten Anlagevermögens des Unternehmens im Rahmen einer Schreibtischbewertung eines detaillierten Anlagespiegels bzw. eines ggfls. bereits vorliegenden Zeitwertgutachtens. Nach Abgabe eines indikativen Angebots und Annahme dessen, erfolgt die gutachterliche Bewertung des Maschinenparks zu Zeitwerten vor Ort im Unternehmen. Diese Bewertung bildet die Basis des Sale & Lease Back-Vertrages, im Rahmen dessen Erstellung weitere Unterlagen seitens des verkaufenden Unternehmens und des Übernehmers eingereicht werden müssen (z.B. Eigentumsnachweise, Sicherheitenfreigaben etc). Durchschnittlich dauert der Vorgang von Erstansprache bis Valutierung etwa 6 bis 8 Wochen. Ein wesentlich geringeres Zeitvolumen im Vergleich zum Zeitrahmen einer Kreditentscheidung eines Bankpartners.

Die Vorteile
Im Rahmen der sich immer weiter verschärfenden Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK) und der Umsetzung des Regelwerks zu Basel III ist zu erwarten, dass Kreditinstitute noch mehr als bereits jetzt schon Kredite nach den Kriterien „bankable“ oder „non-bankable“ vergeben werden (müssen) – da bleibt wenig Ermessensspielraum. Alleine maßgebliches Kriterium hierfür wird die Bonität des Unternehmens sein, an der die Höhe der Eigenkapitalunterlegungspflicht der Bank festgemacht werden wird. Die Vorteile der Finanzierung durch Sale& Lease Back liegen daher klar auf der Hand: im Gegensatz zu klassischen Finanzierungspartnern, wie Banken, richtet sich das Hauptaugenmerk nicht auf die Bonität des Unternehmens, sondern auf den tatsächlichen Wert des gebrauchten Maschinenparks. So kann auch die Finanzierung augenscheinlich prekärer Übernahmen realisiert werden.

Voraussetzungen
Das Unternehmen muss über einen diversifizierten, universal einsetzbaren und werthaltigen Maschinenpark verfügen. Damit eignet sich der Finanzierungsbaustein Sale & Lease Back hervorragend für die Übernahme von produktionslastigen Unternehmen aus z.B. der Metall- bzw. Kunststoffbe- und –verarbeitung, dem Baugewerbe, der Lebensmittelherstellung, der Textilproduktion, der Verpackungsindustrie etc. Möglicherweise können auch Maschinen aus kurzfristig auslaufenden Mietkauf- oder Leasingverträgen abgelöst und in eine Finanzierung einbezogen werden, wenn der Zeitwert über dem Ablösewert liegt.

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