Investitionsprojekt Vietnam

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Vietnam hat in den vergangenen Jahren eine große Wende in seiner Wirtschaftspolitik vollzogen, die am 11. Januar 2007 mit dem WTO Beitritt offiziell ihre internationale Anerkennung gefunden hat. Nachdem Mitte der 90-er Jahre als Folge der Asienkrise das ausländische Investitionsvolumen drastisch zurückging und Vietnams Wirtschaft in eine Rezession geriet, versuchte Vietnam, neue Anreize für ausländische Investitionen zu schaffen. Aus diesem Grund wurde das bislang undurchsichtige Steuersystem weitgehend mit Wirkung vom 01.01.1999 neu geregelt. Darüber hinaus wurde zum 01.07.2000 das Investitionsgesetz erheblich verändert, um mehr Flexibilität, steuerliche Anreize und Schutz für ausländische Investoren zuermöglichen. Mit Einführung des entsprechenden Ausführungsdekrets Nr. 24 bekam der Einfluss ausländischer Investoren mehr Gewicht. Seit Juli 2006 sind diese durch die Vereinheitlichung der Investitions- und Unternehmensgesetze mit inländischen Investoren gleichgestellt. Zudem hat Vietnam begonnen, seinen Kapitalmarkt zu konsolidieren, indem es erstmals Regelungen zur Errichtung eines Wertpapiermarktes erlassen hat, der grundsätzlich auch ausländischen Investoren offen steht. Im Juli 2000 wurde die erste vietnamesische Börse in Ho Chi Minh Stadt eröffnet, vier Jahre später die zweite Börse in Hanoi.

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Die Meilensteine für den wirtschaftlichen Aufschwung stellen jedoch zum einen das bilaterale Handelsabkommen (BTA) Vietnams mit den USA sowie der WTO Beitritt Vietnams zum 11. Januar 2007 dar. Im BTA hatte sich Vietnam bereits zur Anpassung seines Rechtssystems in Annäherung an die WTO-Standards verpflichtet. Bislang hat Vietnam die BTA-Bestimmungen weitgehend zeit- und ordnungsgemäß umgesetzt. Des Weiteren sind neue Ausführungsverordnungen geschaffen worden, die erstmals den vietnamesischen Markt für ausländische Handelsfirmen in den Bereichen Import, Export, Kauf, Verkauf und Vertrieb öffnen. Neben der Annäherung an den Westen hat sich Vietnam gleichzeitig durch die Mitgliedschaft in der ASEAN und AFTA in der südostasiatischen Gemeinschaft etabliert, und sichert sich dadurch regionale Wirtschaftsvorteile.

Der lang erwartete Beitritt zur WTO ist nunmehr Wirklichkeit geworden. Am 07. November 2006 genehmigte der General Council das Beitrittspaket. Am 28. November 2006 ratifizierte das National Assembly das Beitrittspaket. Am 11. Januar 2007 wurde Vietnam schließlich offiziell das 150. Mitglied der WTO. Bereits in Vorbereitung auf den Beitritt zur WTO hat Vietnam viele Voraussetzungen für ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum geschaffen und bietet weitreichende Investitionsanreize für ausländische Unternehmen. Die günstige geographische Lage Vietnams im Zentrum Südostasiens, reichhaltige Rohstoffvorkommen, die stabile politische Lage sowie die trotz des stetig ansteigenden Lebensstandards weiterhin sehr niedrigen Lohnkosten sind günstige Bedingungen für ausländische Investoren. Mit der Umsetzung der Verpflichtungen, die Vietnam im Accession Protokoll für den WTO-Beitritt eingegangen ist, wird der vietnamesische Markt für ausländische Investoren noch attraktiver werden. Es wird eine weitere Marktöffnung stattfinden und die Grenze für ausländische Beteiligungen in Bereichen, die ausländischen Investoren bisher nur begrenzt offen standen, Schritt für Schritt gesenkt werden. Vor allem im Service Sektor steht eine weitreichende Liberalisierung bevor. Zudem wird der vietnamesische Markt durch den WTO-Beitritt langfristig stabiler und berechenbarer werden.

Das Jahr 2007 – als erstes Jahr nach Vietnams Beitritt zur WTO – beinhaltete sowohl eine Reihe wichtiger wirtschaftlicher Errungenschaften als auch das Hervortreten der einen oder anderen Schwierigkeit. Vietnam ist bemüht sich inmitten der zunehmenden Spannungen über Wasser zu halten, die mit der Stellung als am zweitschnellsten wachsende Wirtschaft in Asien und Empfänger beträchtlicher ausländischer Direktinvestitionen einerseits und steigenden Öl- und Gaspreisen und dem Handelsdefizit andererseits, einhergehen.

 

Die Inflation ist zwar ein Grund zur Sorge, keinesfalls aber nur auf Vietnam beschränkt. Viele Länder, auch solche mit höherem Entwicklungsstand, verzeichnen einen Anstieg der relativen Inflationsrate. Zudem treibt der Liquiditätsüberschuss durch große ausländische Direktinvestitionen die Inflation an. Auch externe Faktoren spielen eine Rolle, wie die hohen Ölpreise. Einige der relevanten Faktoren sind nur vorläufiger Natur und werden sich mit der Zeit einpendeln.

 

Ebenso nur vorläufiger Natur ist Vietnams Handelsdefizit, das oft als „Inflationsimporteur“ dargestellt wird. Auch wenn das zu einem gewissen Teil der Wahrheit entsprechen mag, ist doch zu erwarten, dass sich mit der Fertigstellung mehrerer Raffinerien und der Festigung der vietnamesischen Wirtschaft und Infrastruktur dieses Defizit bald in ein Plus wandeln wird, zumal die Importe von Öl, Maschinen etc. abnehmen werden, sobald dieser Entwicklungsprozess abgeschlossen ist.

 

Dass das Handelsdefizit nur vorläufiger Natur ist, kann anhand erster Zahlen aus dem Jahr 2009 belegt werden: Im ersten Halbjahr des Jahres hat Vietnam sein Wirtschaftswachstum um 3,9% erhöht.

 

Unser Investitionsführer soll interessierten deutschen Unternehmen einen Überblick über die derzeitige Situation in Vietnam unter Berücksichtigung politischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Aspekte verschaffen. In erster Linie richtet sich dieser Investitionsführer an Unternehmen, die direkt in Vietnam investieren wollen. Auf die Darstellung der Import- und Exportregelungen für den bilateralen Handel mit Vietnam ist deshalb bewusst verzichtet worden. Die vorgestellten Investitionsformen sollen potentiellen Investoren einen ersten Einstieg in die Investitionsmöglichkeiten sowie eine grundsätzliche Orientierung für die angestrebten Projekte ermöglichen. Auf Grund der häufigen Änderungen im vietnamesischen Recht bzw. bei dessen Ausführung können wir für die Angaben in diesem Leitfaden keine Gewähr übernehmen. Zudem möchten wir an dieser Stelle ausdrücklich hervorheben, dass dieser Leitfaden keine ausführliche juristische Beratung ersetzen kann.

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