Guter Rat, besseres Rating - Wie Sie von professionellem Bonitäts-Management profitieren

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Deutschland atmet auf. Die inländische Konjunkturanregung und die Neubelebung des Exportgeschäfts zeigen Wirkung. Experten rechnen mit einem Anstieg der Wirtschaftleistung für 2010 von bis zu 3,5 Prozent. Insbesondere der Mittelstand profitiert aktuell von den steigenden Umsätzen. In Kombination mit erhöhtem Kostenbewußtsein und schlanken Strukturen – den Lehren der Krise - werden heute vielerorts positive Betriebsergebnisse erwirtschaftet.

Die vergangenen drei Jahre haben allerdings auch gezeigt, dass kleine und mittlere Unternehmen auf den Märkten der Zukunft nicht länger daran gemessen werden, wie gut sie heute sind. Sondern daran, wie gut sie sich an die Situation von morgen anpassen können. Die Kardinalfrage lautet daher:

Haben Sie ein Geschäftsmodell, das sich auch in Zukunft trägt?

Um die Zukunftsfähigkeit Ihres Geschäftsmodells zu überprüfen, gilt es Ihre aktuelle Position zu bestimmen und Ihre Ziele kritisch zu hinterfragen. Die Finanzierungslandschaft hat dieses Procedere durch Ratings instrumentalisiert. Anhand der Bonitätsprüfung wird die zukünftige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens prognostiziert und die Kreditwürdigkeit bestimmt. Neben Zahlenwerk fließen hier auch verstärkt qualitative Aspekte der Unternehmensführung ein, die Unternehmer, nicht nur im Hinblick auf das Ratingergebnis, positiv beeinflussen können.

Auf Seiten der Unternehmen jedoch betrachten viele Mittelständler die jährliche Kreditwürdigkeitsprüfung als notwendiges Übel. Nur wenige verstehen es, den vollen Nutzen des Ratings für sich zu erschließen und ihre Bonität aktiv zu steuern.

Risikobasierte Finanzierungsbedingungen

Seit Basel II sind bankinterne Ratings die verbindliche Grundvoraussetzung für den Zugang zu Finanzierungen und Maßstab für die Höhe der Zinsen. Mit der Verabschiedung des Reformpakets Basel III vom 12.09.2010 gewinnt dieser Aspekt künftig weiter an Bedeutung. Ab 2013 sind Kreditinstitute weltweit an strengere Eigenkapitalvorschriften gebunden. Die geplanten Vorgaben erhöhen zwar die Stabilität der Geschäftsbanken, werden aber auch durch höhere Bonitätsanforderungen an die Kreditnehmer weitergereicht werden. Gerade der Spielraum für Kredite an kleine und mittlere Unternehmen wird mangels kritischer Masse bereits im Vorfeld limitiert. Für mittelständische Unternehmen ist es elementar, dieses Handicap in der Bonitätsprüfung anderweitig auszugleichen.

Strategisches Sparring

Gute Bonität [lat. Bonitas –Vortrefflichkeit] ist das Ergebnis unternehmerischer Vortrefflichkeit. Begreifen Sie das Rating nicht als lästige Forderung, sondern als Instrument strategischer Unternehmensführung. Oft liefern die vermeintlich nervigen Fragen der Bonitätsprüfung wertvolle Impulse. Ihre Beantwortung befördert latente Potenziale und verborgene Risiken Ihrer Unternehmung ans Tageslicht. Die Auswertung des Branchenvergleichs beinhaltet neben Anhaltspunkten für punktuelle Maßnahmen Frühwarnindikatoren für zukunftssichernde Entscheidungen. Beispielsweise können branchenweit rückläufige Erträge als Signal zu einer frühzeitigen Neuausrichtung der Innovationsaktivitäten genutzt werden.

In der Praxis kommt die Hilfestellung der Bank leider oftmals nur partiell an. Zwar werden die Schwachstellen der Unternehmen meist erkannt und mit Unternehmern gemeinsam nach Lösungen gesucht. Die Übersetzung der gemeinsam festgelegten Strategien in operative Maßnahmenpakete sowie deren Umsetzung zählen selten zur Qualifikation, jedoch sicher nicht zur Kernkompetenz der Banker. Mögliche Interessenkonflikte, der Blick durch die Fachbrille und die damit verbundenen Barrieren erschweren die Zusammenarbeit zusätzlich und verhindern „gemeinsam“ angestrebte Verbesserungen. Auch in den Unternehmen selbst sind die erforderlichen Spezialkenntnisse oftmals nicht vorhanden und die Brisanz des Tagesgeschäfts dominiert.

Ein externer Berater, der sowohl mit Strukturen des Mittelstands als auch den Belangen der Kreditwirtschaft vertraut ist, kann Abhilfe schaffen und Unternehmer bei der optimalen Vor- und Nachbereitung des Ratings unterstützen. Diesen Umstand hat auch die Bundesregierung erkannt und bietet für kleine und mittlere Unternehmen, die an dieser Stelle professionelle Expertise zu Rate ziehen, staatliche Förderung.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Im Vorfeld des Ratings sollte der Fokus der Zusammenarbeit mit einem Berater auf der Analyse der relevanten Aspekte und der empfängerorientierten Aufbereitung der Ergebnisse liegen. Für eine professionelle Vorbereitung stellen Sie folgende neun Punkte auf den Prüfstand:

  • Finanzen
  • Management
  • Organisation und Prozesse
  • Mitarbeiter, Talente und operative Führung
  • Produkte und Märkte
  • Wertschöpfung und Versorgungskette
  • Branchenumfeld
  • Risiken
  • Bankenbeziehung und Finanzkommunikation

Diese Phase der Beratung hilft Ihnen zum einen die Stärken und Schwächen sowie die Zukunftsfähigkeit Ihrer Vorhaben zu reflektieren. Zum anderen arbeiten Sie relevanten Informationen heraus, um die anstehende Prüfung durch empfängerorientierte Kommunikation zu Ihren Gunsten zu beeinflussen. Auch augenblicklich negative Trends lassen sich leichter handhaben, wenn diese dem Firmenkundenbetreuer von einem gut vorbereiteten Unternehmer nebst Berater aktiv dargestellt werden. Entsprechend konstruktiver fällt auch der Verlauf des Strategiegesprächs aus.

Sollte an dieser Stelle lediglich die kurzfriste Zielsetzung bestehen, das Rating zu schönen, wird die Gelegenheit vertan, wichtige Veränderungen im Hinblick auf die Fortführung des Unternehmens zu initiieren. Daher ist es empfehlenswert die Ergebnisse im Nachgang gemeinsam auszuwerten und die erforderlichen Änderungen in einer zweiten Phase zielorientiert umzusetzen.

Fazit

Sie sind gut beraten Ihre Bonität aktiv zu managen. Bonitätsmanagement sichert Zukunft und verhilft Ihnen zu niedrigeren Zinsen und höheren Gewinnen. Der Zugang zu frischer Liquidität schafft zusätzlichen unternehmerischen Freiraum. Von diesem werden diejenigen Unternehmen profitieren, die auf einer gesunden wirtschaftlichen Basis in einem zukunftsträchtigen Markt agieren.

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