Finanzplanung - Ein Praxisbeispiel

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Heinz Hoffmann, Inhaber der Bäckerei + Konditorei Hoffmann und Obermeister der Bäckerinnung München, will möglichst einfach fundierte Auswertungen über sein Betriebsergebnis, Teilbereiche und Produkte haben.

Eigentlich besuchte Hoffmann im Herbst 2001 eine Bankenveranstaltung, um sich zu den Themen Basel II und Rating schlau zu machen. Die Münchner Genossenschaftsbank als Gastgeber hatte neben hauseigenen Referenten auch ein Beratungsunternehmen als Vortragenden eingeladen.

Herr Hoffmann ist ein aufgeschlossener und innovativer Arbeitgeber. Hier war er im Prinzip auf der Suche nach einem schlichten Kalkulationsprogramm und sein Wissen im Bereich Finanzcontrolling zu erweitern. Bislang hatte er seine betriebswirtschaftlichen Entscheidungen meist „aus dem Bauch“, sprich aus der Erfahrung heraus getroffen. Durch seinen ständig expandierenden Betrieb wollte er aber künftig doch andere Mittel einsetzen, die sein Unternehmen genau abbilden, einzelne Bereiche bewerten und einen schnellen Überblick über die finanzielle Situation liefern. Dabei war es ihm wichtig, mit möglichst geringem Aufwand die benötigten Informationen zu bekommen.

Bei näherer Betrachtung wollte er aber nicht nur eine umsatzabhängige Auswertung der verschiedenen Bereiche: Bäckerei, Stehcafé, Konditorei und Großkunden, sondern der Durchblick sollte bereits in der Backstube beginnen. Er wollte wissen, mit welchen Produkten Geld verdient wird und wo die Preisuntergrenze für seine Lieferkunden liegt.

In seinem Unternehmen fertigen und verkaufen 35 Mitarbeiter eine große Produktpalette. Der Umsatz gliedert sich in 45 Prozent Lieferung und 55 Prozent Verkauf der eigenproduzierten Backwaren über die Ladentheke. Handelswaren fehlen gänzlich in der Produktpalette, in der Vertriebsstruktur gibt es keine Filialen.

Auf der Informationsveranstaltung der Bank stellte das Beratungsunternehmen das Thema Finanz-, Liquiditätsplanung und Preiskalkulation einfach und verständlich anhand ihres neuen Programms vor. Hoffmanns Erwartungen wurden optimal erfüllt.

Der Obermeister hat sich nach dieser Veranstaltung entschieden, die Bearbeitung seiner Zahlen auf diese Weise zu starten.

Somit ist der Betriebsinhaber jetzt in der Lage, bei Investitionsanfragen an die Bank zu jedem gewünschten Zeitpunkt aktuelle Zahlen zu liefern. Er kann sich im Vorfeld mittels eines „Planspieles“ Investitionen für einzelne Geschäftsbereiche oder auch das gesamte Unternehmen durchrechnen, sieht die Rentabilität kurz-, mittel- und langfristig. Durch diese aktuelle Zahlenaufbereitung ist er jetzt auch in der Lage, Preissenkungen oder -steigerungen, Urlaubszeiten mit Umsatzrückgang etc. in der Planung zu berücksichtigen und entsprechend darauf zu reagieren. Selbst Fragen wie „Wie sieht mein erwartetes Jahresendergebnis aus? Was bedeutet dies für meine Liquidität? Welche Strategie verfolge ich bei Gewinnen oder Verlusten? Kann ich mir Gehaltserhöhungen oder Investitionen überhaupt leisten? Welche Zahlen lege ich beim nächsten Bankgespräch vor?“ kann er jederzeit beantworten. Aus dem Kalkulationsprogramm ist für den Unternehmer Hoffmann ein unverzichtbares Planungsinstrument geworden.

Auch die Aufstockung des Mitarbeiterstammes kalkuliert sich der Obermeister der Innung München im Vorfeld mit diesem Programm durch. Durch die aktuellen Soll-/Istvergleiche kann er hier schnell eine fundierte Entscheidung fällen.

„Auch wenn ich mit meinen Prognosen aus dem Bauch in der Vergangenheit nie ganz falsch lag, jetzt bin ich in meinen Entscheidungen absolut sicher und trete auch entsprechend bei der Bank oder dem Steuerberater auf. Ich kann jetzt vor einer Entscheidung genau durchspielen, welche Konsequenzen zu ziehen sind, wenn mir ein Kunde wegbricht oder eine Lieferung nicht rechtzeitig eintrifft.“


Verlässliche Zahlen sind auch ein unschlagbares Argument bei den Verhandlungen mit Banken und Lieferanten. Weil die finanzielle Situation – nicht nur in München – für viele Bäckereien immer schwieriger wird, und deshalb die Banken immer häufiger bei Kreditanfragen im Vorfeld vergleichbare Zahlen auch von Handwerksbetrieben fordern, hat der Obermeister die Vorträge das Beratungsunternehmen und sein Programm bereits seinen Innungen, allen BÄKO-Genossenschaften und den Innungsmitgliedern empfohlen.

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