Finanzierungssicherheit für das Konsignationslager

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Mit dem neuen Finanzierungsinstrument Finetrading Lager gibt es nun sogar für die Finanzierung der Warenbestände in Konsignationslagern eine mittelstandsgerechte Lösung.

Finanzierungslösung für das Konsignationslager

Das Thema Versorgungssicherheit rückt derzeit deutlich stärker in den strategischen Fokus der Unternehmen. Engpässe bei der Warenbeschaffung auf den internationalen Märkten könnten den Wirtschaftsaufschwung bremsen. Dadurch gewinnt neuerdings auch das Konsignationslager, bei dem ein Lieferant direkt bei seinem Abnehmer ein Warenlager unterhält, wieder an Bedeutung.

Neben der Versorgungssicherheit sind die kurzen Wege und der ultraschnelle Zugriff auf den Lagerbestand die größten Vorteile für den Abnehmer. Daher sind es in der Regel auch die Kunden, die von ihren Lieferanten die Einrichtung eines Konsignationslagers fordern.

Der Lieferant kann dadurch zwar längerfristig planen und seine Losgrößen optimieren. Durch die Lagerbestückung in größeren zeitlichen Abständen spart er zudem Transport- und Verpackungskosten und minimiert das Risiko von Vertragsstrafen bei Lieferausfällen. Doch einen gravierenden Nachteil eines Konsignationslagers hat der Lieferant allein zu tragen: Er kann die Waren in der Regel erst nach der Entnahme in Rechnung stellen.

Die Vorfinanzierung der Bestände bindet Kapital, reduziert die Liquidität und damit die unternehmerischen Freiräume. Häufig schlummern Millionenwerte in Konsignationslagern – schließlich sind es ja gerade die großen Abnehmer, die nicht zuletzt aufgrund ihrer Marktmacht die Einrichtung eines Konsignationslagers durchsetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Banken die Bestände eines Konsignationslagers nur ungern finanzieren, da dies nicht zu ihrem Standardgeschäft gehört und darüber hinaus mit für sie schwer kalkulierbaren Risiken – wie etwa Schwund oder Brand – verbunden ist.

Eine Lösung dieser gerade heute nicht zu unterschätzenden unternehmerischen Herausforderung bietet das neuartige Finanzierungsinstrument Finetrading Lager. Dazu schaltet sich ein Finetrader (Zwischenhändler) zwischen die beiden Vertragspartner und erwirbt die vollständige Warenlieferung vom Lieferanten mit einem Zahlungsziel von 120 Tagen.

Durch den Verkauf an den Finetrader mit fest vereinbartem Zahlungsziel kann der Lieferant seine Rechnung rasch refinanzieren, zum Beispiel über eine Factoring-Gesellschaft oder den Verkauf der Forderung an ein Kreditinstitut (Forfaitierung). Durch Finetrading Lager schlüpft der Lieferant quasi in den Bonitätsmantel des Finetraders. Sowohl die Höhe als auch die Validität der Forderung gegen ihn sind eindeutig festgelegt. In Kombination mit der ausgezeichneten Bonität des Finetrading-Dienstleisters ergibt das aus Sicht von Banken und Factoring-Gesellschaften grundsätzlich eine solidere Finanzierungsbasis als die Warenbestände im Konsignationslager, bei denen der Zeitpunkt der Entnahme und damit der Bezahlung ja nicht feststeht.

Die Abläufe innerhalb der Supply Chain ändern sich bei Nutzung des Finanzierungsinstruments Finetrading Lager nur minimal: Die Warenlieferung erfolgt wie gewohnt in ein Konsignationslager beim Abnehmer. Der Lieferant reicht die Rechnung zur Refinanzierung seinem Co-Finanzierer ein, der die vollständige Warenlieferung umgehend bezahlt. Der Finetrader verkauft die Ware auf Abruf innerhalb von 120 Tagen an den Abnehmer weiter, der wie gewohnt nach Entnahme der Ware bezahlt, nun allerdings an den Refinanzierungspartner. Alle anderen Prozesse rund um Einlagerung und Entnahme der Waren in das Konsignationslager bleiben unverändert.

Eine wesentliche Grundlage für diese Form der Lagerfinanzierung bildet ein wirksamer Konsignationslagervertrag zwischen Lieferant und Abnehmer, die beide ihren Sitz in Deutschland haben müssen. Dabei werden Verträge zwischen Lieferant und Finetrader sowie zwischen Abnehmer und Finetrader geschlossen. Abschließend zeichnet der Finetrader für beide Vertragsparteien eine Warenkreditversicherung gegen sämtliche Ausfallrisiken. Die Gebühr beträgt aktuell zwei bis drei Prozent des Finanzierungsvolumens. Darüber hinaus zahlt der Lieferant an seinen frei wählbaren Co-Finanzierer einen Refinanzierungszins, der an den 3-Monats-Euribor gekoppelt ist.

Das Finanzierungsinstrument Finetrading Lager lohnt sich ab Volumina von 500.000 Euro bis hin zu hohen zweistelligen Millionenbeträgen – branchenunabhängig für alle Unternehmen, die Konsignationslager betreiben, überwiegend auf Bestellung produzieren und ihren unternehmerischen Fokus auf schnell drehende Artikel richten. Die Finanzierungsvolumina können für bestehende oder zukünftige Projekte mit dem Abnehmer erweitert werden.

Die umgehende Refinanzierung erhöht die Liquidität des Lieferanten und verbessert dessen Unternehmenskennzahlen, was sich wiederum positiv auf das Rating und die Kreditkonditionen auswirkt. In letzter Konsequenz erhöht sich für den Abnehmer die Sicherheit in der Zusammenarbeit mit dem Lieferanten. Daher sind es längst nicht nur Unternehmen auf der Lieferantenseite, die Finetrading Lager als Finanzierungsinstrument initiieren. Auch die Abnehmer haben ein Interesse daran, dass ihre strategisch wichtigen Lieferanten wirtschaftlich leistungsfähig sind und bleiben. Denn auch dieser Aspekt gehört zum Thema Versorgungssicherheit.

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