Finanzierungsmöglichkeiten für den Maschinen- und Anlagenbau

bild_artikel_gehrlein

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat in den letzten 18 Monaten starke Einbußen im Auftragseingang hinnehmen müssen. Zwar gelang es in vielen Fällen, durch abzuarbeitende Aufträge und Kurzarbeit die Liquidität vorübergehend zu sichern, aber es besteht kein Zweifel, dass alle Unternehmen dieser Branche gelitten haben. Die Jahresabschlüsse 2009 zeigen allgemein ein schlechteres Bild als in den Vorjahren, was sich wiederum auf die Kennzahlen und somit auf die Bonitätsprüfung auswirken wird.

Erschwerend kommt hinzu, dass häufig die Kontoinanspruchnahme der Unternehmen in den letzten Monaten bis an die obere Grenze stieg, was im Ratingprozess als starkes Negativmerkmal gewertet wird. Dass das Rating durch die verhaltene Brancheneinschätzung der Banken weiter beeinträchtigt wird, sei nur am Rande erwähnt.

Kritisch wird die Situation für Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau sobald wieder größere Aufträge hereinkommen und die Kreditlinien für den Zukauf der benötigten Komponenten nicht ausreichen.

Worauf ist zu achten und welche Finanzierungsmöglichkeiten stehen den Unternehmen in derartigen Situationen zur Verfügung?

Um eine günstige Verhandlungsbasis zu schaffen, müssen die Unternehmen zuerst die Formalitäten erfüllen und die Abschlüsse 2009 schnellstmöglich erstellen. Die Hoffnung, dass das BWA-Ergebnis noch nicht alle Belastungen zeigt und die Hausbank das Jahresabschlussergebnis besser nicht kennt, wird nicht weit tragen.

Sobald Aufträge vorliegen, sollte umgehend eine Planungsrechnung erstellt werden, die diese Aufträge enthält und deren Auswirkungen auf die Ertragslage und vor allem auf die Liquidität abbildet. Diese Planungsrechnung muss sehr sorgfältig erstellt werden – sollte die Bank darin Unstimmigkeiten finden, wird das bestenfalls zu Verzögerungen führen, es kann jedoch auch die Glaubwürdigkeit der Darstellung völlig in Frage stellen. Der Planungsaufwand ist im Maschinen- und Anlagenbau und im Projektgeschäft überdurchschnittlich, da bei Umsatz die Anzahlungen entsprechend aufgelöst und die Bürgschaften, die in vielen Planungssystemen nicht enthalten sind, mit aufgeführt werden müssen.

Tipp: Es ist hilfreich, das Planungssystem so aufzubauen, dass Zahlungseingänge und –ausgänge mit Zeitangaben verknüpft werden, damit bei Änderungen der Datumsangabe eine automatische Anpassung der Zahlungsströme erfolgt.

Artikel weiterempfehlen»

Kommentare

Kommentar schreiben