Finanz- und Liquiditätsplanung - Teil 4

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1. Tabelle „Diagramme“

In diesen Diagrammen werden alle im Unternehmensbericht enthaltenen Daten bezüglich Ergebnis und Kosten anschaulich abgebildet und liefern einen schnellen, betriebswirtschaftlich sinnvollen graphischen Überblick über das aktuelle Gesamtergebnis des Unternehmens zum aktuellen Zeitpunkt im Vergleich zum Ergebnis des gleichen Zeitpunktes im Vorjahr.

Hier erkennen Sie Ihre „Ausreißer“ sofort, die sich meist im unteren Drittel der Kostenpositionen verstecken, Tipp: Das Konto „Sonstige Kosten“ bedarf IMMER der genauen Betrachtung und versteckt meist Positionen, die entweder sofort eingespart werden können oder falsch zugeordnet sind und in späteren Preiskalulationen nicht berücksichtigt werden.

Diese Diagramme sollten sich automatisch erstellen, um den schnellen Überblick zu gewährleisten.

 

2. Tabelle „Planung“

Die Erstellung einer Jahresplanung für Umsatzerwartung, Erlöserwartung und Kostenerwartung ist Voraussetzung für einen sinnvoll aufgebauten Unternehmensbericht.

Die Planung dient der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens im nächsten Jahr. Sie ist Basis für betriebswirtschaftliche Führungs- und Steuerungsinstrumente, absatzpolitische Maßnahmen, Marketingaktivitäten etc.

Umsatzverschiebungen, Margenkürzungen, Veränderungen im Unternehmen , neue Marktaktivitäten, Preissteigerungen, und viele weitere Einflüsse, die das Unternehmensergebnis des nächsten Jahres entscheidend beeinflussen können, werden im Planungsprozeß herausgearbeitet.

In dieser Tabelle wird die Jahresplanung aufgrund der Vorjahreszahlen mit allen konjunkturellen Schwankungen erstellt. Die Jahresplanung wird somit zu Beginn des Jahres sehr einfach und ohne großen Zeitaufwand erstellt. Sie optimiert sich während des Jahres aufgrund der Erkenntnisse der Soll/Ist Abweichung.

Die Jahresplanung wird im Verlauf der folgenden Monate als rollierende Planung benützt, d.h. Veränderungen während des Jahres werden berücksichtigt. Sie können die Planzahlen verändern, wenn neue Informationen bekannt werden, bzw. wenn die Planzahlen erheblich von den Ist-Zahlen abweichen. Das erwartete Endergebnis soll so genau wie möglich dargestellt werden.

Zusätzlich können „was-wäre-wenn“-Szenarien, Visionen und „Spinnereien“ hinsichtlich des Jahresendergebnisses spielerisch entwickelt und getestet werden. Hier kann frei simuliert werden: was passiert, wenn ich mir ein teuereres Auto anschaffe, mehr Gehalt leiste, eine Aushilfe einstelle, ein Kunde ausfällt oder zwei neue hinzukommen.

 

3. Abweichungsanalysen / Tabelle „Soll – IST“

Die aktuellen Monatszahlen werden in einer verknüpften Tabelle den Plandaten gegenübergestellt und können nun interpretiert und ausgewertet werden. Abweichungen der Ist-Zahlen von den Planzahlen werden prozentual und absolut, sowie monatlich und über das Jahr aufgelaufen (kumuliert) dargestellt. Erklärungen zu den Abweichungen und entsprechende Maßnahmen zur Korrektur können direkt zu jeder Position angeführt werden, was die Kontrolle während des gesamten Jahres vereinfacht.

Hierzu müssen Sie über kein betriebswirtschaftliches Wissen verfügen. Rote Zahlen im Bericht bedeuten immer GEFAHR. Diese Abweichungen sind negativ und lenken die Aufmerksamkeit schnell auf Positionen, die genauer untersucht werden müssen.

Die Tabelle „Soll-IST“ zeigt Abweichungen sofort und ermöglicht schnelle Korrekturmaßnahmen. Diese Analyse ist somit die Grundlage für regelmäßige, weiterführende Massnahmen über Umsatzausweitung, Kostenreduzierungen und Ablaufkorrekturen. Dieser Vergleich ist ein wichtiges Instrument für jedes Unternehmen, um Schräglagen sofort erkennen und entsprechende Vorkehrungen treffen zu können, um somit vor Überraschungen weitestgehend geschützt zu sein. Der Effekt dieser Tabelle beruht darin, daß „aus dem Bauch gefühlte“ Abweichungen realistisch und in genauer Höhe aufgezeigt werden und sofort zum Handeln veranlassen. Allein dieser Zeitvorsprung bringt viel Geld! Die damit verbundene Sicherheit stärkt jedes Unternehmen und schafft Freiräume für weitere unternehmerische Aktivitäten.

 

4. Planänderungen

Man muß kein bwl Fachmann sein, um nach der Plan/Ist-Abweichung die Auswirkungen auf die verbleibenden Zahlen der letzten Monate zu beurteilen. Die Fragen aus der Plan/ist Abweichung heißen: Warum ist das so, welche Massnahmen werden ergriffen und wie wirkt sich die Abweichung auf die verbleibeneden Monate bis Jahresende aus?

Bricht z.B. der Umsatz aufgrund eines Konkurrenten im 1. Hj. Um 11% ein, werden wir strategische Massnahmen im Bereich Sortimentspolitik bis Jahresende einleiten. Diese Massnahmen werden vorraussichtlich erst in ein paar Monaten greifen.Dies führt im Beispiel zu einer Reduzierung der restlichen Umsatzerwartungen incl. aller damit zusammenhängenden Kosten bis Jahresende um 11%. Durch die Reduzierung im Plan erhalten wir einen „rollierenden“ Plan und erkennen die Auswirkungen auf Jahresendergebnis und Liquidität. Diese vorausschauende Sicht ermöglicht uns die Beurteilung der Entwicklung für die nächsten Monate und ermöglicht frühzeitiges Handeln.

 

5. Tabelle „Umsatzdiagramme“

In den Diagrammen werden die im Unternehmensbericht enthaltenen Daten bezüglich Umsatz/Erlöse dargestellt. Sie liefern einen schnellen, betriebswirtschaftlich sinnvollen graphischen Überblick über das aktuelle Gesamtergebnis des Unternehmens zum aktuellen Zeitpunkt, im Vergleich zum Ergebnis des gleichen Zeitpunktes im Vorjahr. Hier können Sie die verschiedensten Darstellungen wählen: Übersicht über Filialen, Übersicht über Großkunden, etc.

Die Diagramme sollen sich automatisch erstellen.

 

6. Tabelle „Kennzahlen“

Die zum Umsatz ins Verhältnis gesetzten Kennzahlen werden automatisch erstellt. Eine Vielzahl von Sonderauswertungen und Sonderanalysen wie z.B. Kennzahlen für mittel- und kurzfristige Finanzdispositionen, Liquiditätskennzahlen, Bilanzkennzahlen etc. sind als möglich. Diese Tabelle zeigt, ob sich das Unternehmen in eine Schräglage bewegt.

 

 

Der 5. und letzte Teil dieser Serie zeigen wird sich um das Thema Kostenplanung und Ergebnisverbesserung drehen.

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