Finanz- und Liquiditätsplanung - Teil 3

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1. Anordnung der Instrumente nach einer einfachen und intelligenten Logik

Wie so etwas in der Praxis aussehen kann, zeigen wir Ihnen jetzt am Beispiel der Firma Knack und Back .

Unsere Beispielbäckerei kämpft mit allen Problemen, die eine Firma heutzutage mit sich bringt: zu hohe Personalkosten, sinkende Umsätze, Konkurrenz um die Ecke, Baustelle vor der Tür, ungeplante Linienüberziehungen, Einkommensteuernachzahlungen, Ersatzinvestitionen, etc

2. Übernahme der monatlichen Buchhaltungszahlen

Start: Tabelle Eingabe

Der erste wichtige Schritt besteht darin, die monatliche Summen- und Saldenliste des Steuerberaters nicht nur abzuheften, sondern weiter leben zu lassen! Dadurch erfahren sie alles, was zur Steuerung ihres Unternehmens benötigt wird.

Die korrekte Übernahme muss vom Anwender überprüft werden. Die Endsumme der betriebswirtschaftlichen Auswertung des Steuerbüros muss mit der Endsumme im Tabellenblatt „Eingabe“ des entsprechenden Monats übereinstimmen. Anschließend wird im Controlling die Ebene der Buchhaltung verlassen.

Bei der Eingabe der Monatszahlen wird bereits intuitiv der IST-Zustand des Unternehmens analysiert. Es ist oft unglaublich wie viele Fragen bereits hier auftauchen. Fehlbuchungen, Buchungslücken oder falsche Kontenzuordnungen werden sofort erkannt. Die meisten Unternehmer beginnen hier Ihr Unternehmen richtig zu verstehen und begreifen wie unglaublich es ist diese Zahlen zuvor nicht in dieser Form betrachtet zu haben. Der Effekt ist immer der gleiche: Umsatzschwankungen, Kostenerhöhungen oder starke Veränderungen im Vergleich zu den Vormonaten können sofort erkannt, untersucht und behoben werden. Der Start für die Steuerung ist erledigt!

Die Eingabe der Monatswerte in der Eingabe Tabelle ist Ausgangspunkt für alle nachfolgenden Auswertungen.

3. Tabelle „Erwartetes Jahresendergebnis“

Als zeitübergreifendes Steuerungsinstrument weist die Tabelle „Jahresendergebnis“ zu jedem Zeitpunkt des Jahres das erreichbare/ zu erwartende Jahresendergebnis in Form einer Schnellübersicht aus. Das Jahresendergenis ist rechts unten zu jedem Zeitpunkt abzulesen.

Mit einem Blick sehen Sie, ob Sie im Plan liegen oder ob Sie handeln müssen, weil das Ergebnis besser oder schlechter als geplant ausfällt. Sie agieren statt zu reagieren.

Hier werden die tatsächlich erreichten Monatsergebnisse (schwarze Schriftfarbe) mit den verbleibenden Planmonatszahlen aus der Tabelle „Planspiel“ (blaue Schriftfarbe) kombiniert; d.h. zum Beispiel am 1. Juni des Jahres werden die Ist-Zahlen der Monate Januar bis Mai mit den Planzahlen der restlichen Monate Juni bis Dezember kombiniert. Zu jedem Zeitpunkt des Jahres ist folglich eine Aussage über das zu erwartende Jahresendergebnis möglich.

Alle aktuellen Entwicklungen für die verbleibenden Planmonate werden nach dem neuesten Erkenntnisstand berücksichtigt. Es entsteht eine „rollierende“ Planung, verknüpft mit den aktuellen Ergebnissen des bereits abgelaufenen Jahres. Auf dieser Basis können sofort Entscheidungen für Kursänderungen vorgenommen und frühzeitig Strategien entwickelt werden.

Zusätzlich fliest die Endsumme später in die Preis- und Stundensatzkalkulation ein, um in diesen wichtigen Kalkulationen die voraussichtlichen Kosten (keine alten Zahlen der Vorjahre!), die die Produkte/Stunden tragen müssen zu berücksichtigen.

Hier liegt oft der grundlegende Fehler der nachlassenden Effektivitä im Unternehmensergebnis. Die Unternehmer berechnen, wenn überhaupt, ihre Preise auf Vergangenheitswerten, die nicht mit der künftigen Unternehmensentwicklung zusammen hängen. Somit können die Produkte niemals zur künftigen Strategie passen!

Diese Übersicht fordert die Bank ein, wenn Sie nach der „Finanzplanung“ verlangt.

4. Tabelle „Liquidität“

Diese Art der Darstellung zeigt die Finazplanung übersetzt in Geldströme. Das sind Ihre liquiden Mittel, aktuell und künftig. Die Liquiditätsrechnung gliedert die Erfolgsrechnung, also die Tabelle „Eingabe“ und die Tabelle„Jahresplan“ zusätzlich nach Einnahmen und Ausgaben.

Verbunden mit einer Fortschreibung der Geldbestände, Privatentnahmen, Investitionen und Kredite stellt die Liquiditätsrechnung zu jeder Zeit den Überblick über die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicher und weist frühzeitig auf „Durststrecken“ (Unterdeckung, Kreditaufnahme) oder „fette Weiden“ (Geldanlage, Kreditrückführung) in der Zeile „Endbestand“ hin.

Diese Übersicht fordert die Bank ein, wenn Sie die „Liquiditätsplanung“ verlangt.

Diese Auswertung werden Sie lieben! Buchhaltung und tatsächlicher. Stand auf Bankkonto sind zwei verschiedene Paar Stiefel!

 

Im Teil 4 erfahren Sie die Planung mit Hilfe von Diagrammen.

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