Finanz- und Liquiditätsplanung - Teil 2

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Die wichtigsten Überlebensfragen eines Unternehmers:

1. Wie sieht mein erwartetes Jahresendergebnis aus?

Wir als Unternehmer benötigen Steuerungsinstrumente für unsere Firma, mit deren Hilfe wir die wichtigsten Fragen zur Steuerung sofort in kürzester Zeit beantworten können.Die Märkte werden immer schneller und schwieriger, Unternehmen müssen schnell auf Veränderungen reagieren können und wissen, was passiert, wenn ein Konkurrent auf der anderen Straßenseite eröffnet, oder günstig eine Filiale übernommen werden kann. Und das am besten zu jeder Tages- und Nachtzeit und ganz wichtig: nach vorn orientiert, also in die Zukunft projiziert, im Hinblick auf das geplante Jahresendergebnis. Nur dies ist in unseren Augen die richtige Grundlage für Preiskalkualtion und Unternehmenssteuerung. Wir müssen wissen was uns bis Jahresende erwartet und wo hin sich unser Unternehmen entwickeln wird!

2. Was bedeutet das für meine Liquidität

Viele Unternehmen denken: Ja meine Zahlen kommen doch vom Steuerberater. Stimmt. Aber die BWA kann nur einen kleinen Teil liefern, nämlich das Ergebnis des letzten oder gar vorletzten Monats in die Vergangenheit betrachtet, rückblickend und ohne Berücksichtigung der monatlichen Liquidität bis Jahresende. Das was in der BWA steht und was tatsächlich auf dem Bankkonto ist, sind zwei völlig unterschiedliche Stiefel, davon können wir glaube ich alle ein Lied singen. Viele beklagen sich über die schlechte Zahlungsmoral ihrer Kunden, die langsamen Geldflüsse, Einkommenssteuernachzahlungen, etc. Das kann einen liquiditätsmäßig ganz schön in Schwierigkeiten bringen und muss berücksichtigt werden. Ebenso müssen Umsatzsteuern, Investitionen, Tilgungen oder Privatentnahmen berücksichtigt werden. Die finden Sie in keiner BWA.

Der Unternehmer muss wissen:

  • Kann ich mir die geplante Investition auch leisten? Und wann kann ich sie mir leisten?
  • Kann ich mir Gehaltserhöhungen leisten? Und wann ..?

Was muss er frühzeitig tun, wenn seine Liquidität sinkt?

was wäre wenn? (Szenarientechnik)

Was passiert wenn....? ich zwei Monate eine Baustelle vor der Tür habe, meine Lieferanten die Einkaufskonditionen ändern, ein Kunde wegbricht, evt. ein kompletter Geschäftszweig wegfällt, wenn meine Mitarbeiterin schwanger wird, ich den Lohn fortzahlen muss und eine Aushilfe brauche, sich der Geschäftsführer das Bein bricht und für 3 Monate ausfällt

und und und

Diese was-wäre-wenn Szenarien muss sich der Unternehmer schnell und sofort mit all ihren Auswirkungen vor Augen führen und ausrechnen können, damit er oder sie die richtige Entscheidung treffen kann. Einen Schritt schneller sein. Das wird künftig entscheiden welche Unternehmen überleben.

Was passiert im schlimmsten Fall, was im besten. Spielerisch planen. Szenarien durchspielen. In die Zukunft blicken. Das beruhigt die Nerven und schafft Handlungsspielraum .

Das leistet keine BWA und kein Steuerberater. IM Gegenteil: Verantwortung selbst übernehmen!

Mit obigem Wissen kann er auch seine nächste wichtige Frage lösen:

3. Welche Zahlen lege ich beim nächsten Bankgespräch vor?

In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns heute, also was will die Bank von mir und damit haben viele Unternehmen Schwierigkeiten.

Es wäre doch schön, wenn alle frühzeitig erkennen könnten, wann Liquiditätsengpässe entstehen.

Dann könnten Sie zu einem Zeitpunkt zur Bank gehen, in dem der Druck noch nicht so hoch ist und alle Gesprächspartner noch eine wesentlich bessere Verhandlungsposition haben.

Das sind genau die Fragen, die im Rahmen von Basel II auftauchen und aufgrund deren Sie beurteilt werden.

Unserer Erfahrung nach ist das Erlebnis von Seiten des Unternehmers so:

Der Unternehmer erfährt von seinem Bankberater, dass er künftig Kredite nur noch bekommt, wenn er sein Unternehmen abbilden kann und bestimmte Zahlen und Informationen liefert. Dann erhält er eine Liste mit Anforderungen.

Und dann hat er ein Problem: Weil sich eine Lücke auftut:

Er hat theoretisch verstanden, auf was es ankommt, was die Bank von ihm will, aber wahrscheinlich hat er keine Ahnung, woher er diese Zahlen beschaffen soll. „Buchhaltung“ oder "Steuerberater" denkt er. Aber der liefert ja auch nur einen kleinen Teil der Infos und die nur vergangenheitsbezogen.

Und genau diese Lücke wollen wir in dieser Serie schließen als echte Hilfe in der praktischen Umsetzung. Wir wissen, was die Bank fordert und verstehen wie der Unternehmer tickt und was er für seine Unternehmenssteuerung benötigt und stellen die Praxis- Verbindung her.

 

Instrumente zur Steigerung der Ertragskraft und Erhöhung der finanziellen Sicherheit

Begriffsdefinition: Was heißt: F+L+P:

Finanzplanung – nur wer Finanzen vorausschauend plant kennt sein Ziel, kann seine Strategien darauf abstimmen, die gesteckten Ziele erreichen und sein Sortiment richtig beurteilen. –

Liquiditätsplanung - nur wer seine Liquidität plant ist vor bösen Überraschungen, wie z.B. Steuernachzahlungen, Liquiengpässe, Kreditlücken etc. sicher und kann die Geldmittel entsprechend steuern und Investitionen gezielt finanzieren damit es nicht eng wird.

Nur wer weiß wo er hinwill kann seine Preise beurteilen, da diese die künftigen Kostenblöcke decken müssen.

Nur wer diese 3 Steuerungsinstrumente kennt/nützt kann innerhalb 3 Monaten sein Unternehmensergebnis kurz- und langfristig verbessern!

Alle Informationen und Zahlen, die er hierfür benötigt sind im Unternehmen heute schon vorhanden. Die sehen meist nur so aus:

Alles was der Unternehmer zur Unternehmenssteuerung benötigt ist also bereits vorhanden. Die Unterlagen sehen meist nur aus wie oben dargestellt: Selbstgestrickte Excel-Tabellen, Bankauszüge, BWA’s vom Steuerberater.

Was ihm fehlt ist lediglich das Wissen, welche Zahlen er tatsächlich benötigt und dazu eine geeignete Darstellungsform, den „roten roten Faden“, um sein Unternehmen in die Zukunft zu steuern.

Das Ergebnis von Unternehmenssteuerung endet in einem Unternehmensbericht.

Große Unternehmen besitzen alle einen Unternehmensbericht, da heißt es MIS, Management Informationsbericht oder ähnlich. In diesen Unternehmen sind meist ganze Controllerstäbe angestellt und wichtig, um diese Themen zu bearbeiten - aber keine Angst: diese verzetteln sich auch.

Ich erlebe immer mehr GF, die sich wünschen würden die wichtigen Zahlen auf einen Blick bzw. auf 2 Seiten zu haben, Zitat: "Es gibt dummes und intelligentes Controlling. Intelligentes Controlling ist einfach und selbsterklärend."

Nun wieder zu den Bäckereien: Kleine und mittelständische Bäckereien brauchern es aber viel dringender , da die Finanzdecke meist dünner ist und diese Unternehmen viel schneller handel müssen.

Im Teil 3 dieser Artikelserie zeigen wir einen Aufbau, wie er sich seit vielen Jahren bewährt hat: einfach – schnell – und effektiv!

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Kommentare

  • Sehr geehrte Fr. Czalaun, können Sie mir Teil drei dieser Artikelserie zusenden? Wenn dieser noch nicht fertig, gibt es ein passendes Exceltool zu kaufen? Grüße Oliver Riese

    Oliver Riese am 19.02.2012 18:38

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