Fachkräfte gewinnen und binden – auch ohne Rekordgehälter

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Neue Wege sind gefragt, um Unternehmen für qualifizierte junge Leute attraktiver zu machen. Mit einem modernen Vergütungs- und Betriebsrentenkonzept machen Sie Ihren Betrieb fit für den Wettbewerb um die besten Fachkräfte. So können Sie dem einseitigen Kampf um die beste Entlohnung begegnen – und müssen trotzdem keine wesentliche Beanspruchung Ihrer Liquidität fürchten.

Die Suche nach motivierten Fachkräften gestaltet sich nicht nur in Branchen wie IT oder Maschinenbau zunehmend schwieriger. Die hochqualifizierten Schulabgänger sind heftig umworben und entscheiden sich immer öfter für Unternehmen die Ihnen nicht nur berufliche Perspektiven bieten, sondern auch intelligente und attraktive Vergütungs- und Vorsorgelösungen gewähren.

Liquidität schonen - Attraktivität steigern

Heute gehört es zu den wichtigsten Aufgaben, aktiv neue qualifizierte Fachkräfte für Ihr Unternehmen zu begeistern und gleichzeitig bestehende Fachkräfte dauerhaft im Betrieb zu halten. Der naheliegenden Lösung, die gesuchten Arbeitskräfte mit immer höheren Gehältern anzulocken, sind enge natürliche Grenzen gesetzt: Der Spielraum für Personalausgaben wird zwangsläufig durch den Preis der angebotenen Produkte und Dienstleistungen vorgegeben. Würde ein Unternehmen seine Preise erhöhen, um höhere Gehälter zu finanzieren, würde dies die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes entscheidend gefährden.

Neue Wege müssen also beschritten werden, um einerseits die Attraktivität der Arbeitsplätze zu steigern, gleichzeitig jedoch die Marktposition zu sichern sowie die eigene Liquidität zu schonen, empfiehlt der Unternehmensberater und Vorsorgeexperte Werner Rofner von der Wirtschaftskanzlei Rofner & Kollegen.

Im angelsächsischen Raum ist in diesem Zusammenhang die so genannte deferred compensation (dt. „aufgeschobene Vergütung“) schon lange gang und gäbe, wenn es um die Flexibilisierung der Entlohnung in den Betrieben geht, berichtet Werner Rofner. Das Ziel ist es auch dort, das Unternehmen nicht unmittelbar mit hohen Liquiditätsabflüssen zu belasten - die Mitarbeiter dennoch attraktiv zu vergüten. Dabei werden Teile der Vergütung nicht sofort ausbezahlt, sondern erst viele viele Jahre später, üblicherweise in Form einer Betriebsrente.

In Deutschland kennt man das Modell der deferred compensation bestenfalls als Randerscheinung der betrieblichen Altersversorgung, kurz bAV. Meist werden hierzulande die Entgeltbestandteile in eine Versicherung eingebracht mit der Folge, dass Kapital und Liquidität Monat für Monat und dies über Jahrzehnte abfließt. Dies schont die Liquidität des Unternehmens keinesfalls – im Gegenteil. Der einzige Vorteil dieser Lösung gegenüber einer Gehaltszahlung liegt dann in der Einsparung von einem kleinen Teil der Sozialversicherungsbeiträge.

Versicherungsunabhängige bAV als Liquiditätsmodell

Es gibt seit Jahrzehnten eine innovativere Lösung: Vor allem größere Betriebe setzen seit langer Zeit auf ihr eigenes Versorgungswerk, bei dem die Mittel langfristig im Unternehmen verbleiben und erst im Rentenalter abfließen. Diese Möglichkeit hat sich als effizientes Instrument zur Bindung von Mitarbeitern erwiesen, ohne die Unternehmensfinanzen zu schwächen. Im Gegenteil, sagt der Experte Werner Rofner, Unternehmen die in der Vergangenheit auf die Unternehmenskasse gesetzt haben sind nahezu ohne Bankverbindlichkeiten oder konnten dadurch weiter expandieren.

Diese Lösung ist jedoch bei vielen Unternehmern und Beratern unbekannt, stellt Werner Rofner in seiner täglichen Praxis fest. Doch gerade kleine und mittlere Unternehmen (ab 5 Mitarbeiter) profitieren von dieser flexiblen und innovativen Lösung. Die pauschaldotierte Unterstützungskasse eröffnet den klein- und mittelständischen Unternehmen alle Möglichkeiten, die die großen Konzerne schon Jahrzehnte lang erfolgreich nutzen. Das Unternehmen schließt sich hierzu einer Gruppenunterstützungskasse an, die auch die anfallenden Verwaltungsarbeiten übernimmt. Die Unterstützungskasse ist ein externer Träger der bAV, der hinsichtlich seiner Kapitalanlage völlig frei ist. Ebenso frei ist das Unternehmen bei der Ausgestaltung der Versorgungsleistungen. Für Zusagen muss das Unternehmen keine Rückstellungen in der Bilanz bilden, sagt Werner Rofner da die Verpflichtungen ausgelagert sind.

Je nach Konzeption der Betriebsrentenlösung können entweder einmalige Kapitalleistungen oder laufende Rentenzahlungen zugesagt werden. Die finanziellen Mittel fließen bei der pauschaldotierten Unterstützungskasse nicht wie bei der Versicherungslösung sofort aus dem Unternehmen ab, sondern das Kapital verbleibt bis zum Renteneintritt im Unternehmen und steht somit für langfristige Investitionen oder Kapitalanlagen zur Verfügung. Das Unternehmen wird dadurch auf lange Sicht unabhängiger von Banken und Fremdkapitalgebern. Bei Beteiligung der Mitarbeiter durch einen Entgeltverzicht an der Betriebsrentenlösung, sinken zudem die monatlichen Personalkosten dauerhaft.

Sicherheit und Motivation

Die Ansprüche der Mitarbeiter sind gesetzlich durch den Pensionssicherungsverein zu 100% vor Insolvenz geschützt. Die erreichbaren Rentenleistungen sind zudem meist doppelt bis dreimal höher als bei Versicherungen, da die monatlichen Beiträge nicht anfänglich mit hohen Abschlusskosten belastet sind, sondern ab dem ersten Euro verzinst werden. Diese unschlagbaren Rentenleistungen sorgen ebenso für eine langfristige Bindung der Mitarbeiter wie die Tatsache, dass das Geld im eigenen Betrieb arbeitet und nicht bei einem anonymen Versicherer.

Scheidet dennoch ein Arbeitnehmer vorzeitig aus dem Unternehmen aus, so bleibt ihm der bisher erreichte Anspruch in voller Höhe erhalten. Die Leistung wird auch in diesen Fällen erst im Rentenalter fällig, sodass die Mittel weiterhin langfristig im Unternehmen verbleiben. Arbeitgeberfinanzierte Zusagen bleiben dem ausscheidenden Mitarbeiter ebenfalls erhalten, wenn die Zusage zuvor fünf Jahre bestanden hat und er mindestens 25 Jahre alt ist.

Flexible Ausgestaltung

Bei einer Unterstützungskasse kann der Arbeitgeber die eigene bAV-Lösung ganz nach seinen eigenen Vorstellungen und Möglichkeiten gestalten. Spitzenverdiener können dabei auch deutlich höhere Entgeltverzichtsbeträge einbringen, als es bei Versicherungslösungen der Fall wäre. Damit ist die Unterstützungskasse auch für Geschäftsführer und Führungskräfte besonders interessant. Auch die Vergütung von Überstunden kann so liquiditätsschonend in eine Betriebsrente umgewandelt werden. Ebenso ist die Sanierung alter Pensionszusagen z.B. des Gesellschafter Geschäftsführer über die Unternehmenskasse möglich.

Kompetente Beratung und Verwaltung erforderlich

Die Einrichtung einer dotierten U-Kasse erfordert eine detaillierte Konzepterstellung, welche die Gegebenheiten des Unternehmens berücksichtigt. Interessierte Unternehmen sollten sich unbedingt an Spezialisten wenden, die auch die Liquiditätsauswirkungen über Jahre hinaus simulieren und anhand der konkreten Unternehmenssituation veranschaulichen kann.

"Wir begleiten den Mandanten mit internen und externen Spezialisten aus Finanzmathematikern, Arbeitsrecht und Steuerrecht rechtsverbindlich durch den gesamten Prozess der Einführung. Durch uns und unsere Kooperationspartner ist über die nächsten Jahrzehnte die Begleitung und Verwaltung sichergestellt, betont der Vorsorgespezialist Rofner.

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