Ertragsgenerierung durch Unternehmenskauf - Teil 1

bild_artikel_kreisel.jpg

Vorgaben

Zielsetzung eines jeden Unternehmenserwerbers sollte es primär sein, aus dem erworbenen Unternehmen mehr Ertrag zu generieren, als der Verkäufer, weil nur dann, - ohne Gefährdung des eigenen Lebensunterhaltes -, die Finanzierung des Erwerbs, einschließlich der damit verbundenen Kosten getragen werden können.

Hierfür ist zu ermitteln, welche zusätzlichen Nutzen der Erwerber in das Unternehmen einbringen kann. Es müssen also Inhalt und Ablauf des bestehenden Geschäfts sowie die dafür notwendigen Erfolgsfaktoren und die Person des Erwerbers untersucht werden. Die Grundlagen für die ersten Entscheidungen können auch ohne Hilfe eines externen Beraters mit der unten stehenden Liste erste Fragen erarbeitet werden.

Die Einschaltung eines Beraters durch den Käufer erscheint erst sinnvoll, wenn die ersten Kontakte hergestellt sind und aussagekräftige Unterlagen zur Bewertung,- Abschlüsse, Verkaufsprospekt, Angaben des Verkäufers zur Preisfindung -, vorgelegt werden können.

Daneben sollte der potentielle Erwerber aus Gesprächen mit dem Verkäufer auch konkrete Informationen über den Ablauf des Geschäftes an den Berater weitergegeben werden können.

Aus diesen Unterlagen und Informationen wird eine auf den konkreten Einzelfall abgestimmte Frageliste erarbeitet, welche den weiteren Verhandlungen zu Grunde gelegt werden kann.

Zielsetzung der eigenen Untersuchungen, und der des Beraters muss sein, ob durch den Erwerb die bisherigen Faktoren, die den Erfolg des bestehenden Unternehmens gewährleistet haben, ohne nachteilige Veränderungen fortbestehen.

Erkannte Risiken müssen, - soweit möglich -, durch entsprechende Gewährleistungen im Kaufvertrag abgesichert werden.

In jedem Fall muss sichergestellt werden, dass der Verkäufer in dem Geschäftsbereich des verkauften Unternehmens selbst in Zukunft weder mittelbar noch unmittelbar tätig wird, - Wettbewerbsverbot -.

Bewertung des Kaufgegenstandes

Vorab sei gesagt, den einzig richtigen Wert gibt es nicht, die Bewertung erfolgt immer situationsbezogen. Sowohl für den Verkäufer als auch für den Käufer ist der Wert von den Zielen abhängig die mit der Übertragung/Übernahme verbunden werden.

In der Praxis hat sich die Faktormethode, – langfristig erzielbarer Erfolg vor Zinsen und Steuern mal Faktor –, für kleinere und mittelgroße Erwerbsvorgänge bewährt. Bei vielen dieser Vorgänge wird mit dem Faktor fünf gerechnet, höhere Faktoren sind mir bisher nur bei stabil berechenbaren Geschäften begegnet. Im Ergebnis laufen auch die planungsbasierten Rechenmodelle der Discounted Cashflow Methode und der Bewertung auf der Basis eines abgezinsten Unternehmenserfolges in Gestalt einer ewigen Rente auf kein anderes Ergebnis hinaus, nur das jeweils der zu Grunde gelegte Erfolg mit einer anderen Methode ermittelt wird.

Finanzierungsplanung

Ohne eine solide Planung sollte kein Erwerb angegangen werden. Insbesondere wenn die Finanzierung über eine Bank erfolgen soll ist eine Planung zwingend erforderlich.

Der Erwerber kann zusätzlich die Bewertung des Unternehmens mit seiner eigenen Planungsrechnung verifizieren.

Um aussagekräftige Unterlagen für ein Bankgespräch zu haben sollte die Planung aus der nach Monaten aufgeteilten Jahres BWA des zu erwerbenden Unternehmens entwickelt werden.

In dieses Schema sind die zu erwartenden Änderungen nach dem Verkauf durch geplante Marketingmaßnahmen, neue Geschäftsfelder, Umsatzsteigerungen durch private Kontakte, Investitionsbedarf für Modernisierungen, Änderungen in den Personalkosten, geänderte Preisgestaltung bei Ein- und Verkauf, Transaktionskosten für den Erwerb, Finanzierungskosten, geänderte Abschreibungen, Steuerlasten und so fort einzuarbeiten.

Auf dem so ermittelten monatlichen Ergebnis kann die monatliche Liquiditätsplanung aufsetzen. Wichtig ist es dabei die übliche Zielgewährung bei Kunden und Lieferanten zu berücksichtigen, – d.h. wie lange dauert es bis meine Forderungen zu Geld werden, und wie schnell muss ich meine Lieferanten bezahlen –. Nach Abzug der monatlichen Tilgungen, insbesondere für das Refinanzierungs Darlehen ergibt sich die zur Verfügung stehende Liquidität.

Ganz wichtig ist es auch einen großzügig bemessenen privaten Lebensbedarf und einen vernünftigen Puffer für unvorhergesehene Schwankungen in die Planung mit aufzunehmen.

 

Lesen Sie demnächst im Teil 2:

Erste Fragen zur Überprüfung und Bewertung der Erfolgsaussichten sowie Erwerb eines Einzelunternehmens/einzelner Wirtschaftsgüter(Asset Deal), oder Anteilskauf (Share Deal).

 

 

Artikel weiterempfehlen»

Kommentare

Kommentar schreiben