Differenzierte Kalkulation

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Mittels der Kalkulation sollen die Selbstkosten eines Produktes/Auftrages bestimmt werden.

Kann man damit aber auch Wettbewerbsvorteile gewinnen? - Man kann !

Ein Beispiel soll das verdeutlichen:
Ein Unternehmen (Auftragsfertiger) verwendet den mehrstufigen Stundenverrechnungssatz (SVS).

Struktur SVS

Der SVS sollte mindestens diese Bestandteile aufweisen. Dies erlaubt eine Vollkosten- als auch eine Teilkostenkalkulation (Bestimmung der kurzfristigen Preisuntergrenze).

Unterteilt man den Betrieb jedoch in einzelne Leistungs- /Funktionsbereiche, werden ihnen dann über­wie­gend diejenigen Kosten zugeordnet, die dort entstehen. Die restlichen Gemeinkosten müssen in der Voll­kostenkalkulation umgelegt werden.

Diese betrieblichen Teilbereiche werden in der Produktion meist sehr unterschiedlich beansprucht. Die einzelnen Aufträ­ge weisen jeweils andere Bearbeitungszeiten in der Herstellung/Fertigung und in der Montage vor Ort auf. Je nach Größe und Komplexität der Aufträge entstehen verschiedene An­for­derungen in der Konstruktion, Auftragsvorbereitung und Baubetreuung.

Anhand obiger Kalkulation wird nun jeder Auftrag mit Selbstkosten zu 39,81 EUR/produktive Stunde belastet. Dies wird aber die tatsächliche Kostenverursachung nur ungenau wiedergeben.

Die Anwendung von differenzierten Kalkulationssätzen zu einzelnen betrieblichen Teilbereichen zeigt ein anderes Bild.

Struktur SVS 2

Die Unterschiede sind doch sehr deutlich.
Hier erfolgt die Bestimmung der Selbstkosten wesentlich „genauer“ = verursachungsgerechter.
Man vermeidet eine Unter- aber auch eine Überkalkulation. Gleichzeitig werden die wesentlichen Kostengruppen für den Auftrag transparenter. Hieran können sich dann auch Überlegungen zu Eigenfertigung/Fremdbezug einzelner Auftragsbestandteile an­schließen.

Abschließend sei vermerkt, dass der Aufwand zum Einrichten von derartigen Kalkulationsgrundlagen oftmals überschätzt und der langfristige Nutzen (verbesserte Preisbildung, Kenntnis von Kosten­blöcken zum Auftrag, Optimierungsüberlegungen, Grundlagen für die Nachkalkulation) oftmals unterschätzt wird.

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