Die richtige Finanzierung – nicht nur eine Frage der Zinsen!

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Bei der Entscheidung für eine Finanzierung genießen meistens die Höhe des Zinssatzes oder die zu stellenden Sicherheiten hohe Priorität. Wichtige Kriterien, ohne Zweifel. Aber die mindestens ebenso wichtigen Kriterien der Auswirkungen auf Liquidität und Ratingnote werden häufig vergessen – oder sind gar nicht bekannt.

Das Rating nicht vergessen!

Die unterschiedlichen Finanzierungsformen haben einen so starken Einfluss auf die zukünftige Liquidität und Ratingnote, dass die falsche Wahl erhebliche Probleme in der Zukunft bereiten kann. Gerade im quantitativen Ratingverfahren der folgenden Jahre können auf diese Weise manche Kennziffern „zerschossen“ werden und zu einer Herabstufung in der Ratingnote führen. Und damit zu erschwertem Zugang zu neuen Krediten. Oder zur Verteuerung der bestehenden.

Worauf kommt es an?

In erster Linie soll durch einen Kredit die erforderliche Liquidität zur Anschaffung eines Anlagegutes oder die Finanzierung von Betriebsmitteln und Forderungen sichergestellt werden. Beides kann der klassische Bankkredit. Aber er kann auch negative Auswirkungen auf das Rating haben. Deswegen lohnt ein Blick auf die so genannten „Alternativen Finanzierungen“ wie Leasing, Factoring oder Einkaufsfinanzierungen. Obwohl: so alternativ sind diese Finanzierungsformen auch nicht mehr, haben sie sich doch mittlerweile auch im Mittelstand einen guten Ruf erworben.

Was können „Alternative Finanzierungen“ besser?

Diese Finanzierungsformen können ganz erhebliche Vorteile für das Rating und die Liquidität gegenüber dem Bankkredit haben. Etwas ausführlicher soll dies am Beispiel des Factorings erläutert werden:

Der Verkauf der Kundenforderungen an den Factor bewirkt eine Verkürzung der Bilanzsumme, da die Kundenforderungen ja aus der Bilanz „verschwinden“. Der Erlös daraus wird eingesetzt, um die Lieferantenverbindlichkeiten zu begleichen oder die Konto­korrent­inanspruchnahme zu reduzieren. Die Verschuldung sinkt.

Dieser Effekt hat zur Folge, dass die Eigenkapitalquote, also der Anteil des Eigenkapitals an der – jetzt verkürzten - Bilanzsumme, steigt. Und dies ist für das Rating eine der wichtigsten Kennziffern überhaupt, die dadurch verbessert wird.

Außerdem werden weitere Kennziffern positiv beeinflusst, wie z.B. der Verschuldungskoeffizient und die Kreditorenlaufzeit. All dies verbessert die Ratingnote und erleichtert damit die Kreditverbindung zu Banken.

Ähnliche Effekte lassen sich mit dem Leasing oder der Einkaufsfinanzierung erzielen. Es lassen sich auch weitere, „weiche“ Vorteile generieren: Die Abhängigkeit von den Banken sinkt, Bankenlinien werden entlastet, Modalitäten bestehender Kredite können vor dem Hintergrund eines verbesserten Ratingergebnisses neu verhandelt werden.

„Alternative Finanzierungsformen“ – immer eine gute Idee!

Es gibt also viele gute Gründe, bei Entscheidungen für eine Finanzierungsform, unabhängig ob für ein Anlagegut oder für Betriebsmittel, immer auch bankexterne Finanzierungsalternativen in die Überlegungen einzubeziehen.

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