Die erfolgreiche Unternehmensnachfolge - Zukunftssicherung für den Mittelstand

Fachbeitrag Unternehmensnachfolge

Die Regelung der Unternehmensnachfolge ist ein komplexes und schwieriges Thema, das zudem häufig als Tabuthema behandelt wird. Vielen Unternehmern fällt es schwer, nicht nur an ihre Nachfolge zu denken, sondern auch rechtzeitig die konkreten Schritte einzuleiten, um einen oder mehrere geeignete Nachfolger zu finden („Loslassen können“). Dies kann gravierende Folgen haben: sogar erfolgreiche Unternehmen müssen aufgelöst werden, weil die Nachfolge nicht rechtzeitig genug eingeleitet wurde oder Fehler bei der Umsetzung gemacht wurden. Unfall, Krankheit oder Tod des Inhabers können zudem bei fehlender Nachfolgeregelung das Unternehmen in eine existenzielle Krise führen. Betroffen sind dann nicht nur der Unternehmer und seine Angehörigen sondern auch die Mitarbeiter des Unternehmens.

Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge kann aber – gerade angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftskrise – nur gelingen, wenn das Unternehmen wettbewerbsfähig ist. Die häufig zu hörende Forderung aus der Politik, die Krise zu nutzen, um gestärkt daraus hervorzugehen, kann also auch dazu dienen, das Unternehmen im Hinblick auf eine spätere Nachfolge "fit zu machen".

Die weitere Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist, dass ein geeigneter Nachfolger gefunden wird. In Krisenzeiten mit entsprechenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt nehmen erfahrungsgemäß Existenzgründungen, zu. Das betrifft nicht nur Personen, die ohne Beschäftigung sind, sondern auch Angestellte, die sich angesichts der drohenden Arbeitslosigkeit eine neue Existenz aufbauen wollen. Der Schritt in die Selbständigkeit – nicht nur in Form von Neugründungen, sondern auch durch den Erwerb von Unternehmensbeteiligungen - erfolgt dann aber häufig oft ohne ausreichende fachliche und wirtschaftliche Voraussetzungen und auch ohne die notwendigen organisatorischen Vorbereitungen („Notselbständigkeiten“).

Bei der Nachfolgersuche sind übrigens z.B. Kammern (Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer) behilflich. Die bundesweite Nachfolgerbörse „nexxt-change“ ist eine Plattform, die sich an Unternehmen und potenzielle Nachfolger wendet.

Eine gelungene Unternehmensnachfolge ist in der Regel ein längerer Prozess, der insgesamt oft mehrere Jahre dauert und schon deshalb sehr sorgfältig vorbereitet werden muss. Die Grundlage dafür sind die individuellen Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalles, das heißt die betriebliche, persönliche und familiäre Situation.

Bevor eine umfassende Nachfolgeregelung in rechtlicher, steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Hinsicht getroffen worden ist, müssen ggf. vorübergehende Maßnahmen getroffen werden (zum Beispiel ein vorläufiges Testament). Sofern eine betriebliche Notfallplanung für den Fall fehlt, dass der Unternehmer vorübergehend ausfällt, muss diese unabhängig von einer Nachfolgeregelung geschaffen werden (insbesondere Vertretungsregelungen und Bankvollmachten).

Das Instrument der Wirtschaftsmediation hat sich als sehr wirksam erwiesen, wenn im Zusammenhang mit der Nachfolgeregelung familiäre Konflikte geklärt und gelöst werden müssen. Die Zugehörigkeit zur Familie des Unternehmers verschafft noch nicht die notwendige Qualifikation als Unternehmer und geeigneter Nachfolger. Eine qualifizierte Personal- und Organisationsberatung kann dabei helfen, betriebswirtschaftlich notwendige Entscheidungen vor und bei der Umsetzung der Nachfolge zu treffen (zum Beispiel durch Unterstützung und Begleitung bei der Einarbeitung des Nachfolgers).

Die Nachfolgeregelung muss zumindest dann regelmäßig überprüft werden, wenn deren Umsetzung längerfristig angelegt ist („Nachfolge-Checkup“). Dies betrifft etwa Auswirkungen, die sich in der Zwischenzeit durch die Änderung rechtlicher oder steuerlicher Vorschriften ergeben (zum Beispiel die Erbschaftssteuerreform 2009).

Kompetente fachliche Beratung im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung einer Unternehmens- und Vermögensnachfolge ist deshalb in der Regel unerlässlich. Die Kosten, die dadurch entstehen, etwa für die Rechts- und Steuerberatung, machen in der Regel nur einen geringen Anteil des zu übertragenden Vermögenswertes aus. Und sie stehen vor allem in keinem Verhältnis zu eventuellen Problemen, die sonst später aufgrund von Versäumnissen bei der Planung und Umsetzung der Nachfolgeregelung auftreten können.

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