Die Problematik der Plagiate

jeans groß.jpg

Die Problematik

Plagiate und zu unrecht erteilte Patente sind zentrale Herausforderungen der globalen Wirtschaft. Immer mehr Firmen sind durch Patente der Konkurrenz in ihrer unternehmerischen Freiheit eingeschränkt. Dabei ist es nicht selten der Fall, dass die Techniken und Verfahren in den Patenten schon vor deren Anmeldung veröffentlicht waren - beispielweise in der wissenschaftlichen Literatur. Sie gehören somit zum „Stand der Technik“ und die entsprechenden Patente sind in diesem Fall unrechtmäßig erteilt worden.

Der Patentexperte Helge Cohausz schätzt, dass sich inzwischen jedes zweite Patent durch eine intensive Recherche zu Fall bringen ließe (VDI Nachrichten, 12.08.2011). Das Problem vieler mittelständischer Unternehmen ist jedoch, hierfür die geeigneten Dokumente zu finden. Die Überprüfung von bestehenden Schutzrechten – wie geschützten Patenten, Marken- oder Urheberrechten - erfordert eine fachkundige, kontinuierliche und sehr aufwendige Recherche. Der Grund: Die relevanten Informationen verteilen sich auf dem ganzen Globus in allen Sprachen und Fachbereichen und können sogar in auf dem Markt erhältlichen Produkten verborgen sein. Gerade für Mittelständler sind umfassende Recherchen häufig zu kostspielig und schwierig zu realisieren. Folglich wird die Einführung von innovativen Produkten und die Erschließung neuer Märkte blockiert, was letztlich auch die gesamte Wirtschaft hemmt.

In Europa wurde dafür eine bisher einzigartige, innovative Lösung gefunden: Unternehmen stellen auf einer Internet-Plattform Aufträge zu Schutzrechtsrecherchen online. Ein weltumspannendes Netzwerk aus Experten und Fachleuten geht den Rechercheaufträgen nach, prüft diese und deckt Verletzungen auf. Eine erfolgreiche Recherche wird durch entsprechende Prämien belohnt. Die Unternehmen können dann beispielsweise entwickelte Produkt hürdenfrei auf neue Märkte bringen. Darüber hinaus werden Gelder frei, die sonst für die Patentstreitigkeiten oder Lizenzzahlungen ausgegeben worden wären.

Das Konzept dahinter nennt sich Crowdsourcing: Unternehmen lagern interne Aufgaben online an eine Vielzahl von Menschen aus. Der Vorteil: Anstatt nur das Wissen interner Experten zu nutzen, setzt man auf das Know-how der weltweiten Webcommunity. Somit können Informationen zu Schutzrechten zum Vorschein gebracht werden, welche sonst für einzelne Schutzrechtsrechercheure kaum auffindbar gewesen wären.

Artikel weiterempfehlen»

Kommentare

Kommentar schreiben